Schussattentat in Wien-Favoriten: Schütze macht Notwehr geltend

3. Mai 2017, 16:43
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30-Jähriger war als Türsteher in Disco tätig und behauptet, er habe sich gegen mehrere Angreifer zur Wehr gesetzt

Wien – Das Landesgericht für Strafsachen hat am Mittwoch über den Mann die U-Haft verhängt, der in der Nacht auf Samstag einen 42-jährigen Iraker vor einer Diskothek in Favoriten angeschossen hat. Das bestätigte Gerichtssprecher Thomas Spreitzer. Gegen den Schützen wird wegen versuchten Mordes ermittelt, der 30-Jährige macht allerdings Notwehr beziehungsweiser Nothilfe geltend.

Während der Verdächtige bei der Polizei noch von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht hatte, äußerte er sich gegenüber dem Haftrichter erstmals zum Tatgeschehen. Der gebürtige Serbe war als Türsteher in der Disco beschäftigt. Er behauptet, er habe sich gegen mehrere Angreifer zur Wehr gesetzt, die das Lokal stürmen hätten wollen, nachdem es draußen zu einer Auseinandersetzung gekommen war, bei der bereits Schüsse gefallen sein sollen.

"Aus Angst um sich"

"Er hat aus Angst um sich und die anderen Türsteher von seiner Schusswaffe Gebrauch gemacht", erklärte Verteidiger Alexander Philipp der APA. Sein Mandant sei davon ausgegangen, dass die Kontrahenten bewaffnet waren. "Er sagt, er hat aus Notwehr beziehungsweise – was seine Kollegen betrifft – aus Nothilfe geschossen", sagte Philipp.

Diese Darstellung soll dem Vernehmen nach von Videomaterial aus Überwachungskameras gestützt werden. Darauf sollen Geräusche zu hören sein, die auf Schüsse vor dem Lokal schließen lassen. Auch Mündungsfeuer ist angeblich zu sehen. Schließlich versuchen mehrere Männer das Lokal zu stürmen, was der Verdächtige verhindert. Nachdem er geschossen hat, zeigt das Video, wie er zusammen mit anderen Türstehern das Lokal von innen verriegelt.

Angeschossener sprach von Zufall

Der angeschossene Iraker hatte sich noch selbstständig in ein Krankenhaus begeben. Er hat laut Polizei angegeben, nur zufällig am Ort des Vorfalls gewesen und am Tatablauf in keiner Weise beteiligt gewesen zu sein. Der Schütze stellte sich am Sonntagabend der Polizei. Dass nicht nur er geschossen hatte, dürfte feststehen. Am Tatort wurden neun Projektile sichergestellt. "Mein Mandant sagt, dass er zwei- oder dreimal abgedrückt hat", bemerkte dazu Verteidiger Philipp. (APA, 3.5.2017)

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