Im europäischen Teil des Atlantiks leben 1,5 Millionen Wale

3. Mai 2017, 17:34
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Weit überwiegender Teil setzt sich aus verschiedenen Delfinarten zusammen – nur etwa 33.000 sind Bartenwale

Hannover – 1,5 Millionen Wale leben im europäischen Atlantik, berichtet die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Das klingt nach einer beeindruckenden Zahl – man darf dabei aber nicht vergessen, dass auch Delfine und andere kleinere Spezies unter den Begriff "Wale" fallen und dass diese in wesentlich größeren Mengen vorkommen als Großwale.

Hintergrund

Die Einschätzung geht auf das Projekt "SCANS-III – Verbreitung und Populationsgröße von Walen im europäischen Atlantik" zurück. Dafür zählte eine internationale Forschergruppe aus neun Ländern im Sommer 2016 Wale aller Art im europäischen Atlantik, um eine Aussage über die Größe der Populationen und die Verbreitung der Tiere treffen zu können.

Das 1,8 Millionen Quadratkilometer große Untersuchungsgebiet von SCANS-III erstreckte sich von der Straße von Gibraltar bis zum südlichen Vestfjord in Norwegen. Die Forscher waren für das Projekt mit drei Schiffen und sieben Flugzeugen im Einsatz und suchten auf zuvor festgelegten Routen von 60.000 Kilometer Gesamtlänge nach Walen. Dabei beobachteten sie tausende Walgruppen, die zu 19 verschiedenen Arten gehörten. Anhand dieser repräsentativen Stichprobe rechneten die Forscher die wahrscheinliche Gesamtzahl der Tiere hoch.

Große Mengen kleiner Wale

Die am häufigsten vorkommenden Arten im europäischen Atlantik sind der Untersuchung zufolge Schweinswale (467.000 Tiere), Gemeine Delfine (468.000) und Streifendelfine (372.000) – hinzukommen 158.000 weitere Tiere, die nicht sicher einer der letzteren beiden Spezies zugeordnet werden konnten. Außerdem ermittelten die Forscher 28.000 Große Tümmler, 36.000 Weißschnauzendelfine und 16.000 Weißseitendelfine.

Die Erfassung tieftauchender Arten, die sich vor allem von Tintenfischen in Offshore-Gebieten ernähren, ergab 26.000 Pilotwale, 14.000 Pottwale und 11.000 Tiere verschiedener Schnabelwalarten. Für die Gruppe der Bartenwale, die ihre Nahrung aus dem Wasser filtern, wurden 15.000 Zwergwale und 18.000 Finnwale ermittelt.

SCANS-III war die dritte Erhebung einer Serie, die 1994 begann und 2005 weitergeführt wurde. Ein statistischer Vergleich der drei Erhebungen zeigte, dass zumindest die Bestände von Schweinswal, Weißschnauzendelfin und Zwergwal seit über 20 Jahren stabil sind. (red, 4. 5. 2017)

  • Schweinswale, die zu den Delfinartigen zählen, sind die am häufigsten vorkommenden Wale im europäischen Teil des Atlantiks.
    foto: apa/dpa

    Schweinswale, die zu den Delfinartigen zählen, sind die am häufigsten vorkommenden Wale im europäischen Teil des Atlantiks.

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