"Superspreader" verbreiten Herpes unter Elefanten

6. Mai 2017, 11:00
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Schweizer Forscher untersuchten, wie sich die gefährliche Infektion ausbreiten kann

Zürich – Etwa 170 verschiedene Arten von Herpesviren kennt man bereits. Diese können je nach Spezies die unterschiedlichsten Tiergruppen befallen, von Menschen über Fische bis einigen Wirbellosen. Auch Elefanten bleiben davon nicht verschont – und unter ihnen kann es durch eine Infektion auch zu Todesfällen kommen. Besonders Jungtiere sind davon betroffen.

Bei Elefanten kommen sechs Typen von Herpesviren vor. Besonders Typ 1, den Asiatische Elefanten tragen, ist für Jungtiere gefährlich und führt zu oft tödlich verlaufenden Infektionen, sowohl in Zoos als auch in der Wildnis. Auch in der Schweiz sind in den vergangenen 30 Jahren drei Elefantenkälber daran verendet. Forscher der Universität Zürich um Jean-Michel Hatt und Mathias Ackermann haben daher die Verbreitungswege des Virus genauer unter die Lupe genommen.

Unabsichtliche "Super-Verbreitung"

"Die von uns untersuchten Elefanten lassen sich in solche aufteilen, die das Virus nicht oder nur selten ausscheiden, und solche, die das häufig tun", erklärte Ackermann. "Letztere sind sogenannte Superspreader und verursachen die Mehrzahl der Infektionen." Von diesen Ergebnissen berichten die Wissenschafter im Fachblatt "PLOS ONE".

Möglich war diese Untersuchung dank Rüsselspülungen mit Kochsalzlösung, auf die sich die Elefanten trainieren lassen. Dank solcher Proben konnten die Forschenden feststellen, ob ein Tier Herpesviren in sich trägt oder nicht.

Die eigenen Kinder bleiben verschont

Das Prinzip der Superspreader kenne man auch von anderen Virusinfektionen bei Mensch und Tier, schrieb die Hochschule: Super-Verbreiter sind selbst immun gegen die Erkrankung und übertragen diese Immunität auch auf ihre Nachkommen. Gefährlich wird es dann, wenn sie mit den Jungtieren von Nicht-Superspreadern in Kontakt kommen, die nicht immun sind.

Alle drei in der Schweiz am Elefanten-Herpes gestorbenen Jungtiere standen in engem Kontakt mit einer Elefantenkuh, die sich in der Untersuchung als Superspreader herausstellte. Die Elefantenkälber trugen den gleichen Subtyp des Virus in sich, was auf eine gemeinsame Infektionsquelle hinwies. Die eigenen Nachkommen der Elefantenkuh blieben indes verschont.

Schutzmaßnahmen wichtig

Wichtig sei, dass die Elefanten in Zoos regelmäßig auf Herpes untersucht würden, betonen die Forscher. Dann könne man die Platzierung der Tiere entsprechend planen, um keine Jungtiere zu gefährden. Außerdem lasse sich damit ein Krankheitsausbruch bei den Elefantenkälbern frühzeitig erkennen, was eine schnellere Behandlung ermögliche. (APA, red, 6. 5. 2017)



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