Heumarkt-Gegner fordern Verschiebung des Gemeinderatsbeschlusses

3. Mai 2017, 15:31
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Rot-grüne Stadtregierung soll Unesco-Jahressitzung im Juli abwarten – Stadt Wien veröffentlicht erstmals städtebauliche Verträge

Wien – Gegner des Hochhausprojekts am Wiener Heumarkt haben am Mittwoch gefordert, die Abstimmung über das Bauvorhaben im Gemeinderat zu verschieben. Der zuständige Ausschuss des Gremiums tagt am 10. Mai. Sind die Mitglieder mehrheitlich dafür, findet die Abstimmung im Plenum am 1. Juni statt.

Laut den Aktivisten der Initiativen Stadtbildschutz und Denkmalschutz, der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege und der Bürgerinitiative Aktion 21 soll diese aber verschoben werden. Denn die nächste Tagung der Unesco findet Anfang Juli in Krakau statt. Die Organisation hat damit gedroht, Wien wegen des Projekts auf die Rote Liste bedrohter Welterbestätten zu setzen. Im Juli könnte der Akt gesetzt werden. Eine Aberkennung des Unesco-Prädikats ist dann in der Folge möglich.

Unesco-Ergebnis abwarten

Die Vertreter der Bürgerinitiativen fordern die rot-grüne Stadtregierung deshalb auf, das Unesco-Ergebnis abzuwarten. Um dem Ansinnen Nachdruck zu verleihen, sollen Gemeinderäte mit Botschaften "bombardiert" werden. Die Aktivisten sehen sich durch die grüne Urabstimmung gestärkt: Die Parteibasis hatte dabei die Umwidmung abgelehnt. Zudem wurden mehr als 600 Stellungnahmen zum Widmungsverfahren eingereicht. Drei grüne Abgeordnete haben bereits bekräftigt, nicht für die Umwidmung zu stimmen – womit nur noch eine hauchdünne Mehrheit im Gemeinderat für das Projekt ist.

Verträge mit Wertinvest veröffentlicht

Die Aktivisten forderten auch die Veröffentlichung des städtebaulichen Vertrags. Dem kam die Stadt am Mittwoch nach. Der Vertrag umfasst 80 Seiten und schreibt die Pflichten der privaten Firma Wertinvest fest – wie die Modernisierung und Absicherung der Flächen des Wiener Eislaufvereins für 99 Jahre, die Herstellung einer von 8 bis 22 Uhr zugänglichen Stadtterrasse, die Errichtung einer Turnhalle für Schulen und die Herstellung eines zentralen Platzes, auf dem im Sommer auch Veranstaltungen stattfinden können. Am Donnerstag findet ein Sondergemeinderat zur Causa auf Verlangen der Neos statt. (krud, 3.5.2017)

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