Exchimp: VR-Brille aus Österreich geht an den Start

3. Mai 2017, 15:09
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Erfolgreiches Crowdfunding – All-in-One-System lagert Teil der Hardware in Controller aus

Das Grazer Unternehmen Sunnybag kennt man bisher vor allem für Produkte wie das Rucksack-Solarpanel "Leaf". Nun stößt die Firma in ein ganz anderes Segment vor und hat mit Exchimp AI1 ein Virtual Reality-System vorgestellt, das man als günstige All-in-One-Lösung für mobile 360-Grad-Erlebnisse platziert.

Im Gegensatz zu bestehenden Lösungen erfolgt bei Exchimp eine Trennung der Hardware, um die Brille leichter werden zu lassen. Der Prozessor und der Akku befinden sich einer Fernbedienung, die mit dem Headset selbst verkabelt ist. Dieses enthält den Bildschirm und notwendige Sensoren für die Bewegungserfassung. Das Headset selbst soll mit 389 Gramm damit um ein Drittel weniger wiegen als andere Systeme. Ein Smartphone muss in die Brille nicht eingelegt werden.

exchimp

QHD-Display, Atom x5, Android-System

Verbaut ist ein Panel mit QHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel, 60 Hz), die nominell höher liegt als etwa jene der Oculus Rift oder HTC Vive. Der von den Herstellern selbst gezogene Vergleich hinkt jedoch, denn diese beiden Geräte kosten zwar deutlich mehr, sind als VR-Geräte für gut ausgestattete Windows-PCs allerdings auch für eine andere Zielgruppe ausgelegt.

Exchimp hingegen kommt mit einem Android-basierten Betriebssystem namens Nibiru OS. Das auf Virtual Reality zugeschnittene System war bisher fast ausschließlich auf chinesischen All-in-One-Geräten zu finden. Als Plattform dient Intels Atom x5, der auch mit grafisch aufwändigen Android-Games gut fertig werden sollte. Die Internetanbindung läuft über ein WLAN-Modul (802.11ac).

foto: sunnybag

Auf dem System sollen mehrere VR-Games und Videos bereits aufgespielt sein. Weitere Spiele und Apps können aus dem Google Play-Store bezogen werden. Der interne Speicher fasst 16 GB, wobei bei Erreichen eines Finanzierungsbetrages von 65.000 Euro auf 32 GB aufgestockt werden soll. Eine Erweiterung ist über einen microSD-Slot möglich.

Erfolgreicher Finanzierungsstart

Die Massenproduktion wird über eine Kickstarter-Kampagne finanziert, die ihr Mindestziel von 37.500 Euro bereits erreicht hat. Derzeit können Interessenten noch gegen einen Betrag von 229 Euro ein Gerät reservieren. Die Auslieferung ist für kommenden September geplant. Den späteren Endkundenpreis beziffert Sunnybag mit 399 Euro.

exchimp

Achtung vor Nebenkosten

Abgesehen von den üblichen Ausfallsrisiken beim Crowdfunding ist bei diesem Projekt ein gesonderter Hinweis zu den Nebenkosten notwendig. Verschickt wird Exchimp AI1 direkt von der Fertigungsstätte in China. Das bedeutet, dass neben Portokosten – der Versand nach Österreich schlägt mit 45 Euro zu Buche – auch zehn Euro für die Zollabwicklung sowie 20 Prozent des Kaufpreises als Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten sind.

Erwirbt man das VR-System also zum aktuell günstigsten Angebot von 229 Euro, so ergeben sich Gesamtkosten von knapp 330 Euro (Berechnungsformel: Einkaufspreis x 1,2 + 10 + 45). Zusätzliche Zollgebühren fallen für ein Gerät dieser Art laut TARIC-Datenbank der EU-Kommission nicht an. (gpi, 03.05.2017)

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