"Focus Online" weist Abschreibvorwürfe von Springer zurück

    3. Mai 2017, 14:44
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    Ziel der Springer-Klage sei Vermarktung von "Bild Plus"-Inhalten

    Berlin – "Focus Online" wehrt sich gegen Abschreibvorwürfe des Axel-Springer-Verlags. Die Burda-Tochter beantragte am Mittwoch beim Landgericht Köln, eine Klage von "Bild" als unzulässig und unbegründet abzuweisen. "Die erhobenen Vorwürfe des 'Artikelklaus' und der wettbewerbswidrigen Behinderung entbehren jeder Grundlage", teilte der Burda-Verlag mit.

    Das offensichtliche Ziel der Klage sei vielmehr, Informationen zu monopolisieren, die hinter der Bezahlschranke von "Bild Plus" veröffentlicht würden, um sie besser vermarkten zu können. Dies widerspreche aber dem grundgesetzlich geschützten Recht der Informations- und Meinungsfreiheit, argumentierte "Focus Online" am Tag der Pressefreiheit.

    Streit um Bezahl-Inhalte

    Der Streit dreht sich um Bezahlinhalte und wird von der Branche mit Spannung verfolgt. Denn viele Medien versuchen wegen sinkender Auflagen und Werbeumsätze, mit journalistischem Inhalt im Internet Geld zu verdienen. Hierbei gilt Springer als Vorreiter und will Nutzer zur Kasse bitten. Springer sieht dieses Geschäftsmodell aber in Gefahr. Im Jänner hatten die Berliner ihre Klage damit begründet, "dass 'Focus Online' systematisch exklusive Bezahlinhalte von 'Bild Plus' abschreibt und zum Teil des eigenen Geschäftsmodells macht".

    "Bild"-Chef Julian Reichelt hatte "Focus Online"-Chef Daniel Steil bereits Mitte 2015 einen "digitalen Hühnerdieb" genannt. Der ehemalige "Bild"-Journalist blickt dem Rechtsstreit aber "sehr optimistisch" entgegen: "Die Klage dient offenbar keinem juristischen Zweck, sondern der kampagnenartigen Diskreditierung eines erfolgreichen Mitbewerbers." (APA, Reuters, 3.5.2017)

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