Boko-Haram-Chef in Nigeria offenbar bei Luftangriff verletzt

3. Mai 2017, 14:38
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Stellvertreter laut Berichten getötet

Abuja – Der Anführer der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram, Abubakar Shekau, ist laut Berichten aus Sicherheitskreisen bei einem Luftangriff verletzt worden. Shekau sei bei einem Bombenangriff auf zum Freitagsgebet versammelte Kämpfer in dem Dorf Balla im Nordosten des Landes verletzt worden, hieß es am Mittwoch von einer Quelle mit Kontakten innerhalb der Islamistengruppe.

Sein Stellvertreter Abba Mustapha alias Malam Abba sei bei dem Bombardement getötet worden. Ein Mitglied einer Miliz in der Region bestätigte den Bericht. Demnach wurden bei dem Angriff mehrere weitere ranghohe Mitglieder von Boko Haram getötet. Das nigerianische Militär bestätigte, Kampfflugzeuge hätten am vergangenen Freitag "ein Treffen von Boko-Haram-Terroristen" bombardiert. Dabei seien mehrere Anführer von Boko Haram und deren Anhänger getötet worden. In der Vergangenheit hatte die Armee mehrfach behauptet, Shekau getötet zu haben.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Die Gruppe verübt unter anderem Angriffe auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen. Seit 2009 wurden in dem Konflikt mehr als 20.000 Menschen getötet. 2,6 Millionen Menschen ergriffen angesichts der Gewalt die Flucht. 2014 weiteten die Boko-Haram-Kämpfer ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus. 2015 leistete Boko Haram der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) den Treueschwur. (APA, 3.5.2017)

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