Ein Haus namens Koda: Wohnen auf 26 Quadratmetern

    Ansichtssache5. Mai 2017, 08:00
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    Ein Design-Kollektiv aus Estland hat ein extrem kleines Haus konzipiert, das bei einem Umzug einfach mitgenommen werden kann

    Ein Design-Kollektiv aus Estland hat ein extrem kleines Haus konzipiert, das bei einem Umzug einfach mitgenommen werden kann

    foto: kodasema photo / ánu tunnel

    Die Immobilienpreise in den europäischen Ballungsräumen steigen, daher wird es immer wichtiger, beim Wohnen jeden Quadratmeter optimal auszunutzen. Das estnische Design-Kollektiv Kodasema hat eine besonders radikale Lösung dafür erarbeitet: In ihrem Haus, das sie Koda nennen, stehen den Bewohnern lediglich knapp 26 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Es gibt einen offenen Wohnraum, einen durch ein paar Stufen erreichbaren Schlafbereich und ein Bad.

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    foto: kodasema photo / ánu tunnel

    Seit Jahresbeginn wird das Haus in einer Fabrik in Estland produziert, heißt es vonseiten des Unternehmens zum STANDARD. Die Herstellung eines Hauses dauere eine Woche, 20 Häuser seien bisher gebaut und in Estland verkauft worden. "Gegen Ende des Jahres wollen wir eine neue Fabrik in Betrieb nehmen – dann können wir fünf Kodas pro Woche bauen", so das Unternehmen. Zudem sei nicht nur das Haus mobil, sondern auch die Herstellung: Es sei unkompliziert möglich, Kodas auf der ganzen Welt herzustellen, um sich lange Transportwege zu sparen.

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    foto: kodasema photo / ánu tunnel

    Das Haus kann als Ganzes transportiert werden. Interessenten müssen laut den Herstellern mit Kosten von etwa 90.000 Euro pro Haus rechnen – das sei aber davon abhängig, wie man das Haus nutzen will, welche Ausstattung gewünscht wird und in welcher klimatischen Zone das Haus steht. Im Preis nicht inkludiert sind die Transportkosten.

    Nicht nötig ist übrigens ein Fundament: Der Untergrund müsse aber eben sein und das Gewicht des Hauses – immerhin 28 Tonnen – tragen können. Das Haus braucht aber Wasser-, Strom- und Kanalanschluss.

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    foto: kodasema photo / ánu tunnel

    Die Außenwand des Hauses ist aus Beton, die Innenwand aus Holz, dazwischen befinden sich 60 Millimeter dicke Vakuumdämmpaneele. Insgesamt sind die Wände nur 178 Millimeter dick – so soll mehr Platz zum Wohnen bleiben.

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    foto: kodasema photo / ánu tunnel

    Wichtig ist den Designern die Nachhaltigkeit ihres Gebäudes: Das Haus kann mit Solarpaneelen ausgestattet werden, die zur Verwendung kommenden Materialien sind laut Herstellerinformation so ausgewählt, dass sie später einfach recycelt werden können. Außerdem, so das Argument der Planer, seien die nötigen Ressourcen minimal: lediglich neun Kubikmeter Beton seien für ein Haus nötig – das sei weniger, als ein reguläres Haus für sein Fundament braucht. Der Energieverbrauch sei dank großer Fenster, durchdachter Architektur und smarter Gebäudetechnik minimal.

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    foto: kodasema photo / paul kuimet

    Zudem ist das Haus vielseitig verwendbar: Es kann am Land und in der Stadt stehen – und so beispielsweise als temporäre Wohnmöglichkeit auf brachliegenden Flächen zum Einsatz kommen. Koda kann aber auch als Klassenzimmer oder Büro genutzt werden. Außerdem können mehrere Koda-Häuser miteinander kombiniert werden – falls der Platz am Ende vielleicht doch nicht ausreicht. (zof, 5.5.2017)

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    Kodasema

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