Dänische Forscher stoßen auf "Naschkatzen-Gen"

3. Mai 2017, 10:48
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Regulierung des Hormons FGF21 könnte eine entscheidende Rolle spielen, was die Vorliebe für Süßes anbelangt

Kopenhagen – Das von der Leber gebildete Hormon FGF21 (Fibroblasten-Wachstumsfaktor 21) könnte eine entscheidende Rolle für unsere Lust auf Süßes spielen: Besondere Varianten des dafür zuständigen Gens finden sich bei Naschkatzen eher als bei anderen Menschen, berichten dänische Forscher im Fachblatt "Cell Metabolism".

Schon frühere Studien an Nagetieren und Primaten hatten gezeigt, dass dieses Hormon den Appetit auf Süßes zügelt. Nun untersuchte das Team um Matthew Gillum und Niels Grarup von der Universität Kopenhagen, wie zwei besondere Varianten des Gens, das den Bauplan für FGF21 enthält, die Neigung von Menschen zu Süßigkeiten beeinflussen.

6.500 Menschen untersucht

Dafür glichen die Forscher die genetische Ausstattung eines großen Samples an untersuchten Personen mit deren Essensvorlieben ab. Die Daten, die aus einer Studie zu Lebensstil und Stoffwechsel von 6.500 Dänen stammen, bieten laut Gillum überraschende Einblicke zur möglichen hormonellen Basis der Vorliebe für Süßes.

Demnach steigern beide Varianten die Neigung zu Süßem. Bei den betroffenen Menschen war die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie Naschkatzen waren, um etwa 20 Prozent höher als bei den anderen Teilnehmern. Dabei neigten sie weder besonders zu Übergewicht noch zu Diabetes 2. "Dutzende Faktoren tragen zu Stoffwechselerkrankungen bei", erläutert Grarup. "In dieser Studie sehen wir nur ein kleines Stück in einem großen Puzzle."

Erhöhte Neigung zu Alkohol und Tabakkonsum

Allerdings hatten die Probanden mit den beiden Gen-Varianten nicht nur eine Schwäche für Schleckereien, sondern auch eine Tendenz zu stärkerem Alkohol- und Tabakkonsum. Die Forscher erklären das damit, dass das Hormon auf das Belohnungssystem im Gehirn wirkt.

In einem weiteren Versuch klärten die Forscher die generelle Rolle des Hormons für den Körper. "Unsere Resultate zeigen, dass zirkulierendes FGF21 die Aufnahme von Süßem bei erwachsenen Menschen reguliert, ebenso wie bei anderen Primaten und Mäusen", schreibt das Team. Möglicherweise bilde die Leber noch weitere Hormone, die die Ernährung beeinflussen. (APA, red, 3. 5. 2017)


  • Schokoladenbrunnen laden zum Eintauchen ein. Wie bereitwillig man diese Einladung annimmt, hat verschiedene Gründe – Gene dürften auch im Spiel sein.
    foto: ap photo/kathy willens

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