Bildungsaufstieg bei Mädchen häufiger

3. Mai 2017, 13:46
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Zwar hat sich laut Statistik Austria das Bildungsniveau in den letzten Jahren erhöht, nach wie vor aber wird Bildung von Eltern vererbt

Die Zentralmatura hat bereits begonnen, und mit hoher Wahrscheinlichkeit haben die Eltern der Maturantinnen und Maturanten selbst ebenfalls einen Maturaabschluss. Denn Bildung wird in Österreich nach wie vor vererbt. Zu diesem Ergebnis kommt auch die aktuelle Auswertung "Bildung in Zahlen" der Statistik Austria. "Der Bildungsaufstieg erfolgt in Österreich nur sehr langsam, es fehlt an Dynamik", sagte Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Statistik Austria, bei der Präsentation.

Von mehr als der Hälfte der Maturanten des Abschlussjahres 2014/15 hat zumindest ein Elternteil einen Maturaabschluss, von gut 31 Prozent der Maturanten hat ein Elternteil eine Hochschule abgeschlossen. Innerhalb der Gesamtbevölkerung der 18- bis 20-Jährigen trifft das auf lediglich 16,7 Prozent zu. Nur wenige Jugendliche, deren Eltern nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, erwerben die Matura.

Der Bildungsverlauf von Burschen wird dabei deutlich stärker vom Elternhaus beeinflusst als jener von Mädchen. An den Allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) kommen nur rund 27 Prozent der männlichen Absolventen aus bildungsfernen Haushalten – ihre Eltern haben also keine Matura. Bei den Mädchen liegt der Anteil deutlich höher, nämlich bei 35 Prozent. Die gleichen Unterschiede, wenn auch auf höherem Niveau, zeigen sich an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS). Dort kommen fast 62 Prozent der Maturantinnen aus bildungsfernen Familien, bei den Burschen sind es nur 51,4 Prozent.

Durchmischung an berufsbildenden Schulen besser

Von allen Maturanten an AHS haben 45,5 Prozent einen Elternteil mit Hochschulabschluss. Bei weiteren 22,6 Prozent ist eine Matura der höchste Bildungsabschluss im Elternhaus.

Schüler an berufsbildenden höheren Schulen spiegeln zwar die Gesamtbevölkerung besser wider, aber auch hier haben nur gut vier Prozent der Maturanten Eltern, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen. Unter den BHS-Maturanten finden sich zwar wesentlich mehr Personen, deren Eltern keine Matura haben, doch auch ihre Eltern weisen einen deutlich höheren Bildungsstand auf als die Eltern der 18- bis 20-jährigen Gesamtbevölkerung.

Bei den Hochschulen setzt sich diese Entwicklung fort. Gut 44 Prozent aller Erstsemestrigen an öffentlichen Universitäten und rund 32 Prozent aller Studienanfänger einer Fachhochschule haben laut Statistik Austria zumindest einen Elternteil mit Hochschulabschluss. Bei Maturanten liegt der Anteil derer, von denen zumindest ein Elternteil eine Hochschule abgeschlossen hat, bei 31,2 Prozent, während von allen 18- bis 20-Jährigen nur 16,7 Prozent zumindest einen Elternteil mit Hochschulabschluss haben.

Mobilität der Studierenden

International mobil sind hauptsächlich internationale Studierende. Bis zu 84 Prozent der deutschen Absolventen eines Humanmedizinstudiums an einer österreichischen Universität verlassen Österreich innerhalb der ersten drei Jahre nach Studienabschluss. Von den österreichischen Studierenden der Humanmedizin, die ihr Studium im Jahr 2010/11 abschlossen, verließen 8,4 Prozent Österreich innerhalb von drei Jahre nach Abschluss.

Knapp 70 Prozent der Absolventen aus anderen EU-Ländern und rund 60 Prozent aus Nicht-EU-Staaten haben ebenfalls innerhalb von drei Jahren nach Abschluss des Humanmedizinstudiums Österreich wieder verlassen. Doch nicht nur Mediziner, auch Absolventen anderer Studienfächer verlassen nach Studienabschluss Österreich wieder. Auch Absolventen von agrawissenschaftlichen und veterinärwissenschaftlichen Studienrichtungen ziehen wieder weg.

Am schnellsten weg sind Personen, die ein Doktorat in der Tasche haben. Insgesamt 21,4 Prozent, die das Studienjahr 2010/11 mit einem Doktorabschluss beendeten, zog es ins Ausland, unter den Personen aus Nicht-EU-Ländern waren es sogar knapp 72 Prozent, die innerhalb von drei Jahren Österreich verlassen hatten, bei den österreichischen Abgängern waren es knapp acht Prozent. (ost, 3.5.2017)

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    foto: heribert corn
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