Psychiaterin: Kinder alter und junger Väter eher sozial auffällig

    16. Mai 2017, 07:00
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    Kinder von eher jungen und bereits älteren Vätern könnten sich mittelfristig schwerer tun, bestimmte soziale Fähigkeiten zu erwerben, zeigt eine Studie von Magdalena Janecka

    Das Alter des Vaters zum Geburtszeitpunkt eines Kindes könnte dessen soziale Entwicklung beeinflussen. Das legt eine aktuelle US-Langzeitstudie nahe, die in der Maiausgabe des "Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry" veröffentlicht wurde. So würden sich Kinder von Vätern, die zum Geburtszeitpunkt des Kindes jünger als 25 oder älter als 51 Jahre sind, ab dem Jugendalter weniger leicht mit dem Erwerb bestimmter sozialer Fähigkeiten tun, schreiben die Forscherinnen und Forscher um Magdalena Janecka vom Seaver Autism Center for Research and Treatment at Mount Sinai.

    Höhere Neigung zu Autismus und Schizophrenie?

    Die Forscherinnen und Forscher machen vor allem genetische Einflüsse der älteren und jüngeren Väter dafür verantwortlich – und weniger beispielsweise die väterliche Vorbildrolle. "Unsere Studie legt nahe, dass soziale Fähigkeiten des Kindes besonders stark vom Alter des Vaters abhängen", sagt Janecka. "Interessanterweise beeinflusst besonders ein vergleichsweise niedriges als auch ein eher hohes Alter des Vaters die Entwicklung dieser Fähigkeiten." In extremen Fällen könnte das Alter des Vaters sogar klinische Störungen beim Kind fördern. Bereits frühere Studien hatten beispielsweise darauf hingewiesen, dass die Nachkommen älterer Väter eine höhere Neigung zu Autismus und Schizophrenie haben.

    Alter der Mutter ohne Einfluss

    Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter hatten Daten von mehr als 15.000 Zwillingskindern in ihre Untersuchung einbezogen und zwölf Jahre lang die soziale Entwicklung der Kinder beobachtet. Zu Studienbeginn waren die Kinder vier, am Ende 16 Jahre alt. Zusätzlich zu den sozialen Fähigkeiten wurden etwaige Probleme mit Gleichaltrigen, Neigung zu Hyperaktivität und Auffälligkeiten im Bereich der emotionalen Entwicklung analysiert. Allerdings zeigte das Alter des Vaters nur Effekte auf den sozialen Bereich. Das Alter der Mutter habe darauf keinen Einfluss, so die Forscher. (lima, 16.5.17)

    • In extremen Fällen könnte das Alter des Vaters sogar klinische Störungen beim Kind fördern.
      foto: getty images/istockphoto/safertim

      In extremen Fällen könnte das Alter des Vaters sogar klinische Störungen beim Kind fördern.

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