Deutscher Staatsanwalt ermittelt gegen Soldaten wegen Terrorverdachts

2. Mai 2017, 16:13
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Terrorverdächtiger hat möglicherweise Munition aus Bundeswehrbeständen gestohlen

Karlsruhe – Im Fall des festgenommenen Bundeswehroffiziers Franco A. ermittelt nun die deutsche Bundesstaatsanwaltschaft. Die Behörde habe die Ermittlungen am Dienstag übernommen, sagte ein Behördensprecher in Karlsruhe. Er begründete dies mit einem Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und der besonderen Bedeutung des Falls.

Die Bundesstaatsanwaltschaft als oberste deutsche Anklagebehörde schaltet sich bei Terrorismusverdacht in Ermittlungen ein. Der Oberleutnant war vorigen Mittwoch festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Rechtsextremist soll als Flüchtling getarnt eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben.

Keine Festnahme

Franco A. flog auf, als er eine am Flughafen Wien in einem Putzschacht einer Toilette versteckte scharfe Pistole wieder holen wollte. Die österreichischen Behörden nahmen Franco A. nicht fest, informierten aber ihre deutschen Kollegen. Bisher schweigt der 28-Jährige zu den Vorwürfen.

Der Generalinspektor der Bundeswehr, General Volker Wieker, sagte unterdessen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur, dass Franco A. möglicherweise Munition aus Bundeswehrbeständen gestohlen habe. "Wir haben Unstimmigkeiten festgestellt", sagte Wieker. Dabei geht es seinen Angaben zufolge um Munition, die angeblich bei einer Schießübung verwendet worden sein soll, die Franco A. geleitet hatte.

Wieker nahm die Ministerin gegen Kritiker in Schutz, die ihr vorgeworfen hatten, sie stelle die Truppe mit ihren Äußerungen zu Führungsschwäche und Haltungsproblemen unter Generalverdacht. Er selbst sei auch "verblüfft" gewesen über die Art und Weise, in der die Vorgesetzten mit Franco A. umgegangen seien. Deshalb teile er auch die Sorge der Ministerin, "dass die Selbstreinigungskräfte innerhalb der Bundeswehr in diesem Fall auf allen Ebenen nicht so funktioniert haben, wie sie es tun sollten". (APA, 2.5.2017)

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