Juves Defensive gegen Monacos Supersturm

2. Mai 2017, 14:07
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Italiener gehen als Favorit ins CL-Halbfinale, sind aber gewarnt – Monaco hofft im Heim-Hinspiel auf Jungstar Mbappe

Monaco – Es wird ein Duell zweier Fußball-Erfolgsrezepte. Mit seiner unglaublichen Tormaschinerie und Jungstar Kylian Mbappe will AS Monaco heute (20.45 Uhr/live ORF eins und Sky) im Halbfinal-Hinspiel der Champions League zu Hause auch die kompakte Defensive von Juventus Turin knacken. Italiens Serienmeister gilt im Kampf um den Finaleinzug nicht zuletzt ob seiner Erfahrung als leichter Favorit.

18 Tore hat der erst 18-jährige Mbappe in seinen vergangenen 18 Pflichtspielen für Monaco erzielt, darunter alleine drei in den Viertelfinal-Duellen mit Borussia Dortmund. Juventus hat in bisher zehn Saisonspielen in der Königsklasse aber erst zwei Gegentreffer kassiert. Nicht einmal dem FC Barcelona gelang es im Viertelfinale (0:3 und 0:0), Juves Torhüter-Legende Gianluigi Buffon zu bezwingen.

Die Italiener haben ihr zweites Champions-League-Finale innerhalb von drei Jahren im Visier. 2015 mussten sie sich im Endspiel Barca beugen. Gegen Monaco setzte sich Juve in den bisherigen K.o.-Duellen (Halbfinale 1998 und Viertelfinale 2015) jeweils durch. Die Monegassen stehen auch dank der Investitionen des 2012 eingestiegenen russischen Milliardärs Dmitri Rybolowlew zum ersten Mal seit 2004 im CL-Semifinale.

Die Gefahr

"Sie haben nicht dieselbe Geschichte wie Juventus. Das heißt aber nicht, dass es einfach für uns wird, ins Finale einzuziehen", betonte Juve-Trainer Massimiliano Allegri. Für die Italiener wäre es ihr neuntes Endspiel in Meistercup bzw. Champions League, bei Monaco das zweite nach 2004. Allegri warnte aber: "Monaco hat technische und taktische Qualitäten und talentierte junge Spieler."

Allen voran Mbappe. Der Jungstürmer, erst seit Februar Stammspieler, ist in den vergangenen Monaten so richtig durchgestartet. "Seit ich ein Bub bin, habe ich immer davon geträumt, in der Champions League zu spielen", sagte der Franzose. Nun hat er dort bereits einen gehörigen Eindruck hinterlassen. Fünf Tore gelangen ihm alleine in der bisherigen K.o.-Phase.

Neben der zentralen Anspielstation Radamel Falcao weicht der wendige Angreifer gerne auch auf die Seiten aus. Monaco ist so schwer auszurechnen. "Juventus ist ein großartiger Club. Sie haben gezeigt, dass sie haben, was es braucht, um diesen Bewerb zu gewinnen", meinte Mbappe. "Aber auch wir haben unsere Qualitäten."

Was Buffon fehlt

In den vier K.o.-Spielen gegen Manchester City und Dortmund erzielten die Monegassen jeweils drei Tore. In der französischen Liga sind es bereits 95. Nun geht es aber gegen die vielleicht beste Abwehr Europas. "Sie haben einen großartigen Defensivblock. Ich weiß nicht, ob wir Tore erzielten werden", meinte Kapitän Falcao. "Aber unser Sturm ist auch nicht schlecht, oder?" Mbappe freut sich vor allem auf das Duell mit Buffon: "Er ist einer der besten Torhüter der Welt."

Buffon ist hochdekoriert. Ein Champions-League-Titel fehlt dem 39-Jährigen aber noch in seiner Sammlung. Die Defensivstärke seines Teams erklärte der Weltmeister von 2006 auch mit dem Zusammenhalt. "Die Arbeit von allen macht es aus, auch von Mittelfeldspielern und Stürmern", betonte Buffon. "Einzelne Spieler sind wichtig, aber die Empathie in diesem Team ist speziell. Wir kennen uns schon lange."

Tatsächlich haben Buffon und seine Vorderleute wie Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini schon einiges erlebt. Mit der Euphorie, die in Turin herrscht, können sie umgehen. Dort träumt man längst vom siebenten Europacup-Titel der Clubgeschichte, dem dritten in Meistercup oder Champions League. Zu sehr in die Favoritenrolle will man sich nach der souveränen Darbietung gegen Barca aber nicht drängen lassen. "Die Trophäe ist noch nicht gewonnen", erinnerte Rechtsverteidiger Dani Alves.

Das Hinspiel in Monaco wird schwierig genug. Der französische Tabellenführer hat von seinen sieben CL-Heimspielen in dieser Saison (inkl. Qualifikation) sechs gewonnen. Juventus dagegen gelang in bisher elf Halbfinal-Auftritten in der Königsklasse auswärts nur ein Sieg. "Wir haben schon viel erreicht, aber wir wollen mehr", sagte Monaco-Trainer Leonardo Jardim. Ziel ist das Finale am 3. Juni in Cardiff, der Gegner dort Atletico oder Real Madrid. Die Entscheidung fällt im Rückspiel nächsten Dienstag in Turin. (APA/Reuters, 2.5.2017)

  • Grande uomo: Gigi Buffon ist der Gott im Tor. Aber der Champions League Titel, der fehlt ihm noch.
    foto: apa/afp/miguel medina

    Grande uomo: Gigi Buffon ist der Gott im Tor. Aber der Champions League Titel, der fehlt ihm noch.

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