Niederlande: Fusion der Fahrradbauer ist geplatzt

2. Mai 2017, 12:10
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Taiwanesischer Hersteller Giant bleibt Weltmarktführer

Amsterdam – Nach wochenlangen Verhandlungen ist die geplante Fusion der zwei großen niederländischen Fahrradbauer Accell und Pon zum größten Hersteller der Welt vorerst gescheitert. Die Unternehmen konnten sich nicht auf eine Übernahmesumme einigen.

Die Accell-Gruppe, zu der etwa die Marken Sparta und Batavus gehören, brach daraufhin die Gespräche am Dienstag ab. Das Angebot sei unzureichend, erklärte das Unternehmen.

Von Gesprächsabbruch "überrascht"

Das Familienunternehmen Pon, Produzent von Marken wie Gazelle, Union und Cervelo, hatte rund 845 Mio. Euro geboten – und in der vergangenen Woche noch leicht nachgebessert. Das aber habe Unternehmensleitung und Aktionäre nicht überzeugt, erklärte Accell. Pon äußerte sich über den Abbruch der Gespräche überrascht, "zumal seit gut eineinhalb Monaten intensive Gespräche geführt wurden", wie ein Sprecher betonte.

Accell will sich nun auf eine eigenständige Zukunft konzentrieren und erwartet ein kräftiges Umsatz-Plus vor allem durch den Verkauf von E-Bikes und Sporträdern. Binnen fünf Jahren soll der Erlös von jetzt rund einer Milliarde Euro auf 1,5 Mrd. Euro steigen. Die Gruppe baut rund 1,5 Millionen Räder pro Jahr. Accell ist mit Marken wie Ghost und Haibike führend in den Niederlanden, Deutschland, den USA und Großbritannien.

Der deutlich kleinere Konkurrent Pon wollte gerade durch die Fusion wachsen, um im globalen Wettbewerb der Radhersteller bestehen zu können. Heuer will der Konzern mit rund 800.000 verkauften Fahrrädern einen Umsatz von 700 Mio. Euro erzielen. Er ist mit 13.000 Mitarbeitern in 32 Ländern an vielen Radherstellern beteiligt, so auch an "Derby Cycle" aus dem niedersächsischen Cloppenburg. Die Firma ist für Marken wie Kalkhoff, Raleigh und Focus bekannt. Zum Portfolio von Pon gehört auch die kanadische Rennrad-Marke Cervélo.

Billigkonkurrenz aus Asien

Das Fahrradgeschäft boomt zwar, doch viele Hersteller leiden unter der asiatischen Billigkonkurrenz. Bei einer Fusion hätten Pon und Accell rund 2,3 Millionen Räder pro Jahr verkauft und mittelfristig einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro erzielt. Damit hätte der geplante neue Konzern den als Weltmarktführer geltenden taiwanischen Hersteller Giant übertreffen können.

Ob damit die Fusion völlig vom Tisch ist, blieb vorerst unklar. Accell, das vor allem stark bei den E-Bikes ist, wollte sich nicht festlegen. Das Angebot von Pon sei "zur Zeit" unzureichend, sagte ein Sprecher. Pon plant nach eigenen Angaben, kein neues Angebot vorzulegen. (APA, 2.5.2017)

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