Brust-OP zum Muttertag: Chirurgen protestieren

2. Mai 2017, 10:25
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Kronehit-Aktion für plastische Chirurgen ein "No-Go": "nicht mit den ethischen Leitlinien vereinbar"

Wien – Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) hat sich ablehnend zum "Experiment Tutti Kompletti" des Radiosenders Kronehit geäußert. Diese Aktion sei "nicht mit den ethischen Leitlinien der Gesellschaft vereinbar", hieß es in einer Aussendung. Der Sender Kronehit will anlässlich des Muttertags Mutter und Tochter bei einer Brust-OP begleiten.

Marktschreierische Angebote sind gefährlich

"Verlosungen von Brustoperationen und anderen ästhetischen Eingriffen z.B. in Diskotheken oder Internetforen sind für uns ein 'No-Go'. Im Zusammenhang mit einem ästhetisch-operativen Eingriff sind marktschreierische Angebote wie diese gefährlich", betonte Gerhard Pierer, Präsident der ÖGPÄRC. Die Gesellschaft sieht dadurch die Aktion "Eckpfeiler seriöser chirurgischer Arbeit, wie die umfassende Aufklärung des Patienten und seine Entscheidungsfreiheit, gefährdet".

Die Aktion des Radiosenders hatte zuvor eine Welle der Empörung auf Facebook ausgelöst: "Bescheuerte Idee", "So was blödes" oder auch "Geht's noch?? Wenn ihr schon etwas mit Brüsten machen wollt, dann engagiert euch bitte für Brustkrebsuntersuchungen (Mammografie)" waren nur einige der Kommentare auf der Seite von Kronehit. Und SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek kündigte an, sowohl den Radiosender als auch den beteiligten Arzt bei der Bezirksverwaltungsbehörde und der Ärztekammer anzuzeigen.(APA, 2.5.2017)

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