Nordkorea gibt sich im Atomstreit unbeugsam

1. Mai 2017, 16:23
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Nordkorea: Werden Atomstreitmacht "bis zum Äußersten" ausbauen – Trump sucht nach Verbündeten in der Region

Seoul/Washington – Ungeachtet des zunehmenden internationalen Drucks beharrt Nordkorea auf sein Atomwaffenprogramm. Die Regierung in Pjöngjang signalisierte am Montag ihre Bereitschaft, jederzeit neue Atomtests vorzunehmen. Das Kernwaffenarsenal werde "bis zum Äußersten" ausgebaut, hieß es in einer Erklärung, die über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde. Die Aufrüstung in der Region setzte sich am Wochenende fort: Der US-Flugzeugträgerverband "Carl Vinson" erreichte die Gewässer um die koreanische Halbinsel, während Japan Medienberichten zufolge sein größtes Kriegsschiff entsandte. US-Präsident Donald Trump suchte Insidern zufolge nach Verbündeten in der Region.

In der KCNA-Meldung hieß es, die "Maßnahmen zur Stärkung der Atomstreitmacht" würden schrittweise vorgenommen. Der Ort und Zeitpunkt dafür würden von der obersten Führung des Landes bestimmt. Das abgeschottete Land hat mit fünf Atomtests und zahlreichen Raketenstarts UN-Resolutionen verletzt. Zuletzt schlug nach US-Angaben am Samstag ein Raketentest fehl. Trump sagte anschließend auf die Frage, wie er reagieren wolle: "Sie werden es bald erfahren." Einzelheiten nannte er nicht. Der US-Präsident hat einen Angriff auf den Norden nicht ausgeschlossen. Der Stabschef im Weißen Haus, Reince Priebus, nannte am Sonntag im US-Fernsehen die Entwicklung in Nordkorea die gegenwärtig größte Bedrohung für die USA und die Region.

Japanischer Hubschrauberträger im Einsatz

Die USA haben in Südkorea fast 30.000 Soldaten stationiert. Zuletzt hat die Regierung in Washington zusätzliche Streitkräfte in die Region verlegt, darunter das Atom-U-Boot "Michigan" und den Flugzeugträger "Carl Vinson" mit seinen Begleitschiffen. Auch andere Staaten zeigen Präsenz: Am Samstag kam der französische Hubschrauber-Träger "Mistral" zu Übungen in Japan an. An Bord befanden sich auch Hubschrauber aus Großbritannien. Die japanische Zeitung "Asahi" berichtete am Montag, Verteidigungsministerin Tomomi Inada habe das größte Kriegschiff des Landes, den Hubschrauber-Träger "Izumo", zum Begleitschutz für ein Vorsorgungsschiff der US-Marine abgestellt. Dieses könnte zur "Carl Vinson" unterwegs sein.

US-Regierungsvertretern zufolge suchte Trump unterdessen weitere Verbündete. Am Sonntag habe er mit den Regierungschefs von Thailand und Singapur telefoniert, hieß es. Es sei um Wege gegangen, den wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Trump hatte zuvor auch mit dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte über das Thema gesprochen, der von Menschenrechtsgruppen wegen seines Vorgehens gegen den Drogenhandel in der Kritik steht. Priebus erklärte dazu, gegen Nordkorea müssten alle zusammenstehen. "Ob sie gute Leute sind, schlechte Leute, oder Leute, von denen wir uns wünschten, dass sie sich in ihrem eigenen Land besser verhalten, ist egal". (Reuters, 1.5.2017)

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