Erholung am Arbeitsmarkt kommt jetzt auch bei Ausländern an

1. Mai 2017, 17:01
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Die Arbeitslosenquote ist auf 8,6 Prozent zurückgegangen. 413.683 Österreicher sind ohne Job

Wien – Die Lage auf dem österreichischen Arbeitsmarkt hat sich weiter entspannt: Ende April waren einschließliche Schulungsteilnehmern 413.683 Menschen ohne Arbeit, um 2,6 Prozent (11.014 Personen) weniger als vor einem Jahr. Arbeitslos gemeldet waren 337.923 Personen, ein Rückgang um 4,5 Prozent.

Nach der bereits Anfang April ausgerufenen Trendwende am Arbeitsmarkt hat sich die Erholung erstmals auch bei einer Gruppe gezeigt, die jobmäßig besonders unter Druck geraten ist: bei Ausländern. Mit 99.626 Arbeitslosen liegt die Zahl um 2.009 bzw. 2,0 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Bei den Inländern fällt der Rückgang mit 5,5 Prozent (13.942) noch deutlich stärker aus.

Die nationale Arbeitslosenquote ist im Jahresabstand um 0,5 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent gesunken. Nach internationalen Maßstäben beträgt die jüngste verfügbare Quote (März) gemäß Eurostat 5,9 Prozent – der EU-Durchschnitt liegt bei 8,0 Prozent.

Die Belebung der Wirtschaft zeige sich vor allem an der deutlichen Zunahme der gemeldeten offenen Stellen um 41,1 Prozent auf 55.530, so das Sozialministerium am Montag. Insgesamt waren Ende April 3.607.000 Menschen unselbstständig beschäftigt, um 64.000 mehr als vor einem Jahr. Entgegen dem Gesamttrend verschärft hat sich die Situation für ältere Arbeitssuchende, deren Zahl um 4,9 Prozent auf 102.520 gestiegen ist. Somit war etwa jeder vierte Arbeitslose über 50 Jahre alt.

Positiver Trend bei Jugendlichen

Deutlich positiver als bei den älteren Arbeitslosen ist der Trend bei den Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) – hier ist die Arbeitslosigkeit im Jahresabstand um 16,1 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist um 4,7 Prozent auf knapp 5.000 gesunken, die gemeldeten offenen Stellen haben um 28,5 Prozent auf 4.274 zugenommen.

"Was wir bei den Jugendlichen geschafft haben, können wir auch bei den älteren Arbeitssuchenden schaffen", sagte Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) laut Aussendung und verweis dabei auf die "Aktion 20.000", mit der Langzeitarbeitslose ab 50 Jahren einen Job in gemeinnütziger Arbeit finden sollen. "Die Vorbereitungen der Pilotregionen in den Bundesländern laufen sehr gut."

Verbesserung fällt bei Männern stärker aus

Bei den Männern war der Rückgang der Arbeitslosigkeit (-5,7 Prozent) deutlicher als bei den Frauen (-3,1 Prozent), allerdings sind noch immer deutlich mehr Männer (185.904) ohne Arbeit als Frauen (152.019).

Regional betrachtet ist die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern zurückgegangen. Überdurchschnittlich stark war das in Tirol (-10,1 Prozent), der Steiermark (-9,4 Prozent), im Burgenland (-8,5 Prozent) und in Salzburg (-6,8 Prozent) der Fall. In Wien beträgt der Rückgang 2,5 Prozent.

"Keine Entwarnung"

Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt stimmt Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske "zwar vorsichtig optimistisch. Aber Entwarnung ist für mich noch lange nicht angesagt", erklärte Kaske in einer Aussendung und forderte eine Ankurbelung der Wirtschaft durch mehr öffentliche Investitionen und Qualifizierung.

So tritt die AK unter anderem für ein existenzsicherndes Qualifizierungsgeld und einen Rechtsanspruch auf eine bezahlte Weiterbildungswoche pro Jahr ein sowie für einen Schutz des Arbeitsmarktes durch mehr Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping und eine Ausweitung des Bestbieterprinzips.

IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sieht hingegen vor allem in flexibleren Arbeitszeiten und einer Senkung der Lohnnebenkosten den Schlüssel zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen. "Durch die Möglichkeit von Gleitzeitvereinbarungen bis zu zwölf Stunden auch mit längeren Freizeitblöcken können Jobs gesichert und die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit gefördert werden", sagte Neumayer in einer Aussendung. Die Lohnnebenkosten müssten "in Richtung deutsches Niveau" gesenkt werden, etwa der Beitrag zum Insolvenzentgeltfonds. "Eine Ausweitung bei der sechsten Urlaubswoche oder andere Arbeitszeitverkürzungen verteuern Arbeit jedoch weiter und gefährden Arbeitsplätze und den Standort insgesamt." (APA, 1.5.2017)

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