Naftogaz plant massive Senkung der Transittarife

1. Mai 2017, 08:56
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Nach Auslaufen der Gazprom-Verträge 2019 sollen die Gebühren sinken

Kiew – Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz will nach dem Auslaufen der Verträge mit dem russischen Energiekonzern Gazprom 2019 die Transitgebühren für Erdgas massiv senken. "Ab 2020 werden die Tarife auf etwa ein Zehntel sinken, und das macht das ukrainische Gastransportsystem wesentlich billiger als Nord Stream 2", sagte einer der Direktoren des Konzerns, Juri Witrenko, der dpa in Kiew.

Er kritisierte den geplanten Ausbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream als wirtschaftlich nicht gerechtfertigt. Für die Preissenkungen wären allerdings garantierte jährliche Transitmengen von etwa 110 Milliarden Kubikmeter nötig. Über die zu knapp 80 Prozent ausgelastete Ostsee-Pipeline flossen 2016 nach offiziellen Angaben 43,8 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas direkt nach Deutschland.

Ukraine fürchtet Bedeutungsverlust

Die Ukraine fürchtet einen Bedeutungsverlust als Transitland durch Nord Stream 2. An dem Ausbau der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline beteiligt sich neben Engie, Shell, Uniper und Wintershall auch die OMV. Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen und Ende 2019 abgeschlossen sein.

Im Vorjahr waren 82,2 Milliarden Kubikmeter Gas von Russland in Richtung EU geliefert worden. Damit war das ukrainische Transportsystem zu etwa 56 Prozent ausgelastet. Witrenko zufolge spülte dies etwa 1,8 Milliarden Euro in die klammen Kassen der Ex-Sowjetrepublik.

Zugleich erwartet Naftogaz im Mai Urteile eines Stockholmer Schiedsgerichts zu den seit 2009 geltenden Verträgen mit Gazprom. Allein beim Transit hofft Kiew auf eine Entschädigung aus Moskau von mehr als zehn Milliarden Euro für zu niedrige Gebühren und fehlende Auslastung. (APA, 1.5.2017)

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