Sicherheitskräfte kämpfen in Tunesien mit mutmaßlichen Extremisten

30. April 2017, 21:48
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Ein Mann sprengte sich bei Gefecht in Sidi Bouzid selbst in die Luft, ein anderer wurde erschossen

Sidi Bouzid – Bei einem Einsatz tunesischer Sicherheitskräfte gegen mutmaßliche Al-Kaida-Verbündete sind am Sonntag zwei mutmaßliche Islamisten getötet worden. Einer der beiden sprengte sich in die Luft, nachdem er von einer Kugel getroffen wurde, der andere wurde erschossen, wie der Sprecher der Nationalgarde, Khalifa Chibani, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Beide seien "gefährliche Terroristen" gewesen, der eine sei ein Anführer einer mit Al-Kaida im islamischen Maghreb (Aqmi) verbündeten Gruppe gewesen.

Der Einsatz fand in der zentraltunesischen Stadt Sidi Bouzid statt. Die Sicherheitskräfte stürmten ein Haus, das zuvor wochenlang beobachtet worden war. Wie ein AFP-Korrespondent in Sidi Bouzid berichtete, umstellten Sicherheitskräfte ein Haus im Viertel Ouled Chebli, dann waren Schüsse zu hören.

Nach Angaben des Sprechers der Nationalgarde hatten Ermittler herausgefunden, dass die mit Aqmi verbündete Gruppe Okba Ibn Nafaa Battalion Kontakt zu Menschen in Sidi Bouzid hatte. Demzufolge kam es zu den Kämpfen, als die Einsatzkräfte in einen mutmaßlichen Unterschlupf von radikalen Islamisten eindrangen.

Die Gruppe habe "terroristische Operationen" während des islamischen Fastenmonats Ramadan geplant, der in diesem Jahr Ende Mai beginnt. Drei weitere Verdächtige wurden den Angaben zufolge festgenommen. Sicherheitskräfte suchten nach weiteren Verdächtigen.

Der tunesische Regierungschef Youssef Chahed sagte, nach den beiden getöteten Männern sei gesucht worden. Er lobte die Sicherheitskräfte für ihren "Mut". Der Kampf gegen den Terrorismus habe in Tunesien "Priorität".

Das nordafrikanische Land erlebte seit seiner Revolution Anfang des Jahres 2011 zahlreiche islamistisch motivierte Gewalttaten, bei denen dutzende Sicherheitskräfte und rund 60 ausländische Touristen getötet wurden.

Seit einem von der Jihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) verübten Selbstmordanschlag November 2015 in Tunis, bei dem zwölf Mitglieder der Präsidentenwache getötet wurden, gilt im Land der Ausnahmezustand.

Tunesier stellen eines der größten Kontingente an ausländischen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Jihadisten greifen immer wieder Ziele in der jungen nordafrikanischen Demokratie an. (APA, 30.4.2017)

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