Extrembergsteiger Ueli Steck stirbt in der Everest-Region

30. April 2017, 14:14
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Der 40-jährige Schweizer befand sich auf einer Vorbereitungstour für Rekordversuch am höchsten Berg der Welt

Bern/Kathmandu – Der Schweizer Extrembergsteiger Ueli Steck ist Sonntagfrüh in der Region um den Mount Everest in den Tod gestürzt. Der 40-Jährige befand sich auf einer Vorbereitungstour zur Akklimatisierung für einen Rekordversuch, wie die Zeitung "The Himalayan Times" berichtet. Um diese Jahreszeit versammeln sich hunderte von Alpinisten im Everest-Basislager, um sich an dem 8.850 Meter hohen Riesen zu versuchen

Stecks Leichnam wurde bereits am späten Sonntag in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu überführt. Der Alpinist war verheiratet. Seine Familie sei unterwegs und wolle ihn dort bestatten. "Er liebte das Land und hatte viele Freunde dort", sagte sein Sprecher Andreas Bantel.

Steck sei allein unterwegs gewesen, als er zwischen Camp I und Camp II am Fuß des Mount Nuptse 1.000 Meter in die Tiefe gestürzt sei, sagte Mingma Sherpa von "The Seven Summits Trecks". Das Unternehmen hatte die jüngste Expedition des 40-Jährigen mitorganisiert. Steck sei gegen 10.00 Uhr am Sonntag verunglückt, den 7.800 Meter hohen Nuptse hatte Steck zu Trainingzwecken besteigen wollen. "Der mutmassliche Ort des Absturzes war wohl eine Eiswand und technisch an sich nicht extrem anspruchsvolles Gelände. Er ging auf einer nichtbefestigten Route, brauchte also das Seil nicht", sagte Sherpa dem Schweizer Tagesanzeiger. Die Bedingungen seien gut gewesen.

Reaktion des österreichischen Bergsteigers David Lama auf den Tod Ueli Stecks.

Steck, auch bekannt als "Swiss Machine", hatte durch das Aufstellen von Geschwindigkeitsrekorden und die Begehung neuer Routen Berühmtheit erlangt. Diesmal wollte er den Everest über die selten begangene West-Ridge-Route besteigen und danach zum Lhotse traversieren, den mit 8.516 Metern vierthöchsten Gipfel der Welt. Die vorgegebene Zeit: 48 Stunden. 2015 hatte Steck in einem Gespräch mit dem STANDARD seine Weltsicht erläutert.

2013 war Steck mit zwei anderen Bergsteigern aus Europa in ein Handgemenge mit Sherpas verwickelt, bei dem Streit ging es um Fix-Seile am Everest. Die Auseinandersetzung, die die Alpinisten schließlich zum Abstieg zwang, hatte international Schlagzeilen gemacht.

Im letzten Jahr hatte Steck zusammen mit seinem deutschen Kollegen die Leichen der US-Bergsteiger Alex Lowe und David Bridges aufgefunden, die 1999 auf dem Shishapangma von einer Lawine verschüttet worden waren. (red, reuters, 30.4. 2017)

  • Ueli Steck starb beim Aufstieg auf den Mount Nuptse.
    foto: afp photo / jean-pierre clatot

    Ueli Steck starb beim Aufstieg auf den Mount Nuptse.

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