Trump lässt sich vor Anhängern feiern

30. April 2017, 08:20
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Der US-Präsident begeht seinen 100. Tag im Amt fernab von Washington und stellt sich selbst ein positives Zeugnis aus

Washington/Harrisburg (Pennsylvania) – Donald Trump hat mit einem Auftritt vor Anhängern in Pennsylvania seinen 100. Tag im Amt des US-Präsidenten gefeiert. Die vergangenen Wochen seien "sehr aufregend und sehr produktiv" gewesen, sagte Trump am Samstagabend in Harrisburg. Seine fast einstündige Rede startete er allerdings mit einem mehrminütigen Angriff auf die Medien.

"Medienunternehmen wie CNN und MSNBC sind Fake News", so Trump. Er warf den Journalisten vor, die Bilanz über seine ersten Wochen im Amt absichtlich zu verzerren und nur schlecht über ihn zu berichten. Zugleich spottete er über das zur gleichen Zeit stattfindende Galadinner der Journalisten, die über das Weiße Haus berichten. "In einem Hotel-Ballsaal in unserer Hauptstadt hat sich gerade eine große Gruppe von Hollywood-Schauspielern und Washingtoner Medien versammelt, um sich zu trösten", sagte Trump. Er sei froh, dass er weit weg vom "Washingtoner Sumpf" sei und nicht an dem "sehr langweiligen" Dinner der Korrespondenten des Weißen Hauses teilnehmen müsse.

Trump ist der erste Präsident seit 36 Jahren, der dieser traditionellen Veranstaltung fernbleibt. Bisher hielten die Präsidenten dort eine Rede, in der sie sich selbst auf den Arm nahmen.

Druck auf Nordkorea

Zum Konflikt mit Nordkorea meinte Trump, dass China Druck auf das isolierte kommunistische Regime ausübe. Die Regierung in Peking helfe den USA beim Versuch, den Konflikt zu lösen. China habe "enorme Macht", sein chinesischer Präsident Xi Jinping sei ein "guter Mann". Man werde sehen, was passiert.

In seiner Rede brandmarkte Trump erneut seinen Vorgänger Barack Obama, dessen Regierung den Republikanern nur Chaos hinterlassen habe.

Der US-Präsident bekräftigte außerdem, dass er binnen zwei Wochen eine Entscheidung über das Pariser Klimaschutzabkommen fällen werde. Die Vereinbarung sei einseitig, erklärte er. Die USA müssten Milliarden US-Dollar zahlen, während andere Länder wie China, Russland und Indien "nichts" zahlten. Trump unterschrieb bereits im März ein Dekret, mit dem zentrale Bestimmungen zum Klimaschutz aufgeweicht, abgebaut oder abgeschafft werden. Er hatte in der Vergangenheit den menschengemachten Klimawandel angezweifelt und mit dem Ausstieg aus dem Abkommen gedroht, auf das sich Ende 2015 in Paris 195 Staaten geeinigt hatten.

"Große Schlachten"

"Große, große Schlachten" stünden noch bevor und würden alle gewonnen, versprach der Immobilienmilliardär in seiner Rede in Harrisburg, die an einen der Wahlkampfauftritt vom vergangenen Jahr erinnerte. Im US-Staat Pennsylvania hatte Trump im November besonders deutlich gewonnen.

In einer am Samstag ausgestrahlten wöchentlichen Ansprache sagte Trump, er habe in nur 14 Wochen einen "fundamentalen Wandel" nach Washington gebracht. Trumps Bilanz ist allerdings keineswegs gut. Wichtige Vorhaben des Republikaners – die Abschaffung der Gesundheitsversorgung Obamacare und ein Einreiseverbot – scheiterten bisher. Die Finanzierung der Mauer an der Grenze zu Mexiko, seinem Prestigeobjekt, ist unklar. Für Schlagzeilen sorgten unter anderem auch die engen Kontakte seines Teams zu Russland. Der Rechtspopulist Trump hatte am 20. Jänner sein Amt angetreten. (APA, 30.4.2017)

  • Donald Trump bei seiner Rede zum 100. Tag im Amt.
    foto: reuters carlo allegri

    Donald Trump bei seiner Rede zum 100. Tag im Amt.

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