Wiener Neustadt eröffnet neuen Marienmarkt – ohne alten Kebabstand

2. Mai 2017, 14:13
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Große Eröffnungsfeier von Samstag bis Montag – Kebabstand-Betreiber, der vom Hauptplatz weg musste, bekam Standort im Utøya-Park

Wiener Neustadt / Wien – Mit einer eigenen Sonderbriefmarke, einer Sonderedition des Wiener Neustädter Biers, einem Auftritt der neu gegründeten Stadtmusikkapelle, Salutschüssen und Worten der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) eröffnet am Samstagvormittag der neu gestaltete Marienmarkt auf Wiener Neustadts Hauptplatz. Schon vorab war sich Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) sicher gewesen, dass dies ein "historischer Moment" sei.

Die Neugestaltung des Platzes war dem Ortschef, der zugleich Klubobmann der ÖVP Niederösterreich ist und für die ÖVP bei den Gemeinderatswahlen 2015 in der bis dahin rotregierten Stadt die zweitmeisten Stimmen holte und eine Stadtregierung bildete, ein Herzensanliegen und soll "innerstädtisches Leitprojekt der Stadt" sein, wie es in einer Aussendung hieß. Die nunmehrigen Feierlichkeiten laufen bis inklusive 1. Mai, unter anderem mit Kinderprogramm, Frühschoppen und City Run.

foto: stadt wiener neustadt / m. weller
Der neugestaltete Marienmarkt von oben.

Auf dem Platz befinden sich nun unter anderem ein Stand von Meinl am Graben, Edelfisch, "Is regionale Steigerl", Jakob Obst & Gemüse, eine Macaronmanufaktur, Mia Gelateria und einige Anbieter mehr.

foto: stadt wiener neustadt / m. weller
Mia Gelateria heißt ein neuer Eis-Stand.

Dieser "definierte Produktmix" und die nicht passende Optik wurden von Schneeberger als Grund dafür angeführt, warum unter anderen Alihan Turgut, der elf Jahre lang Kebab und Ähnliches am Hauptplatz verkauft hatte, seinen Stand dort nicht weiter behalten durfte. Auch über mangelnde Deutschkenntnisse hatte sich der Bürgermeister in den Niederösterreichischen Nachrichten (Nön) kritisch geäußert.

Turgut wurde von der Stadt ein Alternativstandort angeboten: laut Nön im Utøya-Park, benannt nach der norwegischen Ferieninsel, im Gedenken an die dort von Anders Behring Breivik getöteten Menschen. Turgut hat die Sorge, dort weniger Geschäft zu machen. Zwar ist der Bahnhof nicht weit, der Hauptplatz ist aber zehn Minuten Fußweg entfernt. (Gudrun Springer, 29.4.2017)

In der Ursprungsversion des Artikels stand, dass Schneeberger bzw. die ÖVP bei der letzten Gemeinderatswahl die meisten Stimmen holte – es waren die zweitmeisten. Wir bedauern den Fehler.

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