Studie: Österreich verliert an Sozialkapital

28. April 2017, 17:23
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Legatum Institute untersucht Wohlstand in 149 Ländern – Österreich auf Rang 15

Wien – Um zu beurteilen, wie sich Wohlbefinden und Zufriedenheit in einer Gesellschaft entwickeln, reicht es nicht aus, allein das Wirtschaftswachstum im Auge zu behalten: Diese Erkenntnis ist heute eine Binsenweisheit unter Ökonomen. Doch alternative Wohlstandsindikatoren zu entwickeln, die Beachtung finden, ist ebenfalls nicht einfach.

Genau das versucht das in London ansässige Legatum Institute. Der Thinktank versucht mit einem eigenen Index (Legatum Prosperity Index) die Entwicklung in 149 Ländern zu vergleichen. Am Freitag wurden die Ergebnisse der Wohlstandsmessung 2016 in Wien von Shanker Singham von Legatum und Erste-Bank-Chef Andreas Treichl präsentiert. Die Erste fungierte als Co-Sponsor der Untersuchung.

Die Ergebnisse für Österreich fallen gut aus. Österreich ist eines der wohlhabendsten Länder der Welt – eben nicht nur gemessen an der Wirtschaftsleistung, sondern auch, was Bildung, Gesundheit, Sicherheit, persönliche Freiheit und Umwelt betrifft. Im Ranking belegt Österreich Platz 15.

Doch die Entwicklung in Österreich ist weniger erfreulich als in Ländern wie Deutschland, Schweden und Australien. Das liegt laut Thinktank daran, dass Österreich beim Faktor Sozialkapital den Anschluss zur Spitzengruppe verloren hat. Mit Sozialkapital versucht Legatum zu messen, wie zufrieden die Menschen in Österreich mit sozialen Bindungen sind und wie groß ihr Vertrauen in Institutionen ist. Als Basis für diese Auswertung stützt sich der Thinktank auf Umfragen des Gallup-Instituts. Dabei wird etwa abgefragt, ob jemand "Freunde hat, auf die er vertraut" oder wie groß das Vertrauen in die Polizei ist.

Im vergangenen Jahrzehnt ist das Sozialkapital Österreichs um acht Prozent zurückgegangen. Laut Legatum ist das eine Folgewirkung des schleppenden Wirtschaftswachstums: Die schwache Entwicklung führe dazu, dass wechselseitige private finanzielle Unterstützung notwendiger wird, aber auch schwieriger zu leisten ist. (szi, 28.4.2017)

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