Hochwasser und Lawinengefahr als Folgen des Tiefs Reiner

28. April 2017, 09:59
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Minusgrade in der Nacht auf Samstag, dann Erwärmung zu erwarten

Wien – Nach einem kurzen Lichtblick in der ersten Wochenhälfte hat das Tief Reiner Niederschläge und einen deutlichen Temperaturrückgang gebracht. Das Wetter war am Donnerstag und Freitag wieder kälter und nasser als in dieser Jahreszeit üblich, schon am Wochenende soll es aber Besserung geben.

In Kärnten sorgten die starken Regenfälle für Hochwasser, kleinere Überschwemmungen und Murenabgänge. In den Karnischen Alpen und den Karawanken fielen in den vergangenen Tagen teilweise mehr als 200 Millimeter Regen. An Messstationen entlang der Gail und der Unteren Drau wurde Hochwasser gemeldet. Die Gefahr für Siedlungsgebiete war laut dem Hydrografischem Dienst des Landes aber gering.

Kurz nach drei Uhr verlegten in der Nacht auf Freitag zwei Muren die Loiblpass-Bundesstraße (B91) etwa einen Kilometer vor dem Grenzübergang zu Slowenien. Die Straße war zunächst für den gesamten Verkehr gesperrt.

Lawinenwarnung in Tirol

In Tirol stufte der Lawinenwarndienst nach neuerlichen Schneefällen bis in die Täler in der Nacht auf Freitag die Lawinengefahr oberhalb von 2.400 Metern als erheblich ein (Stufe 3). Die Experten rieten zu besonderer Vorsicht im sehr steilen Gelände.

In der Nacht auf Samstag werden die Temperaturen stellenweise unter den Gefrierpunkt fallen, deshalb warnt die Asfinag vor Verkehrsbehinderungen bei Neuschnee. Betroffen ist vor allem der höchste Abschnitt der Salzburger Tauernautobahn (A10) im Bereich Flachau und St. Michael. Hier sind bis Freitagvormittag bis zu 20 Zentimeter Neuschnee möglich.

Tagsüber soll es am Samstag aber wieder in ganz Österreich deutlich sonniger und wärmer werden. Die Schneefallgrenze steigt, am Sonntag ist es teils wolkenlos. Erst am Montag ist wieder etwas Regen zu erwarten. Insgesamt wird der April trotz milden Beginns der kühlste seit neun Jahren gewesen sein, berichtet die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die Temperatur lag 0,2 Grad Celsius unter dem Mittel. Insgesamt waren die Unterschiede groß: Am 10. April gab es in Hermagor in Kärnten 25,9 Grad, in der zweiten Monatshälfte folgte dann aber ein massiver Kaltlufteinbruch.

Auch in den Nachbarländern kam es in den vergangenen Tagen zu einem Wintereinbruch. Überraschender Schneefall hat in weiten Teilen Tschechiens zu einem Verkehrschaos geführt. Zahlreiche Straßen im Süden des Landes wurden völlig gesperrt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. In der Schweiz hielten dutzende Verkehrsunfälle und umgestürzte Bäume die Polizei und Feuerwehren auf Trab. Und in München litt erneut der Berufsverkehr unter dem für die Jahreszeit ungewöhnlichem Wetter. (APA, red, 28.4.2017)

  • Die Katze schaut in die Ferne – am Wochenende wird die Sonne wieder zu sehen sein.[Aufnahme vom 3. März im Tiergarten Schönbrunn]
    foto: daniela yeoh

    Die Katze schaut in die Ferne – am Wochenende wird die Sonne wieder zu sehen sein.
    [Aufnahme vom 3. März im Tiergarten Schönbrunn]

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