Wirtschaftswachstum gewann im ersten Quartal an Fahrt

28. April 2017, 09:12
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Wifo: BIP-Anstieg legte gegenüber dem Vorjahr von 1,7 auf 2,0 Prozent zu, Quartalswachstum von 0,5 auf 0,6 Prozent – Auch Außenbeitrag wieder eine Stütze

Wien – Das Wirtschaftswachstum hat sich in Österreich im ersten Vierteljahr nochmals beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Quartalsabstand real um 0,6 Prozent, nach 0,5 Prozent Zuwachs im vierten und dritten Quartal. Gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahrs legte das Wachstum ein weiteres Mal von zuletzt 1,7 auf 2,0 Prozent zu, gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Freitag bekannt.

Die heimische Konjunktur habe ihr Aufwärtstempo erhöht, erklärte das Wifo. Mit den 0,6 Prozent Quartalswachstum habe sich die Konjunktur seit Mitte 2016 stetig beschleunigt, im zweiten Quartal 2016 hatte es nur 0,3 Prozent betragen. Für die Ausweitung des unbereinigten BIP-Wachstums um 2,0 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2016 waren allerdings auch zweieinhalb zusätzliche Arbeitstage – einer davon ein Schalttag – maßgeblich, was sich rechnerisch als Stütze erwies.

Neben einer weiterhin kräftigen Konsum- und Investitionsnachfrage stützte laut Wifo diesmal auch der Außenbeitrag wieder das BIP-Wachstum. Erstmals seit dem zweiten Halbjahr 2014 wurde damit das Quartalswachstum nicht mehr ausschließlich von der Binnennachfrage bestimmt: Die Ausweitung der Exporte lag gegenüber dem Vorquartal mit 2,1 Prozent über jener der Importe (+1,8 Prozent). Die Industriekonjunktur gewann weiter an Dynamik, auch in der Bauwirtschaft stieg die Wertschöpfung.

Starker Privatkonsum

Die Dynamik des Privatkonsums blieb im ersten Quartal stark, die privaten Konsumausgaben (inklusive privater Organisationen ohne Erwerbszweck) stiegen um 0,4 Prozent. Die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern (vor allem Kfz-Neuanschaffungen) war laut Wifo zum Jahresauftakt weiter sehr robust. Die öffentlichen Konsumausgaben seien mit 0,5 Prozent "weiterhin solide" gewachsen.

Auch die Ausweitung der Investitionen stützte das Wirtschaftswachstum. Die Nachfrage nach Bruttoanlageinvestitionen – die Ausrüstungs- und Bauinvestitionen umfassen – stieg ähnlich wie in den Vorquartalen um 0,9 Prozent. Heimische Firmen hätten erneut in ihre Produktionskapazitäten investiert.

"Der Aufschwung der Industriekonjunktur verstärkte sich", die Wertschöpfung in der Sachgüterproduktion sei im ersten Quartal um 1,8 Prozent gestiegen; im letzten Vierteljahr 2016 waren es nur 0,4 Prozent gewesen. Auch in der Bauwirtschaft sei die Wertschöpfung nach der Abschwächung im zweiten Halbjahr 2016 im ersten Quartal 2017 wieder um 0,4 Prozent gewachsen. Auch die Marktdienstleistungen unterstützten das Wirtschaftswachstum. Im Handel stieg die Wertschöpfung um 0,6 Prozent, in Beherbergung und Gastronomie um 0,5 Prozent.

Am 31. Mai steht vom Wifo das Update zur BIP-Entwicklung im ersten Quartal an, für 29. Juni ist die nächste vierteljährliche Konjunkturprognose des Wifo und des Instituts für Höhere Studien geplant. (APA, 28.4.2017)

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