Mehrere Verletzte bei Unfall mit Stockautobus im Burgenland

28. April 2017, 08:30
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Drei Personen schwer verletzt, B63 nach Kollision des Busses mit einem Kranfahrzeug gesperrt

Großpetersdorf – Bei Großpetersdorf (Bezirk Oberwart) im Südburgenland sind Freitagfrüh ein Stockautobus und ein Kranfahrzeug zusammengestoßen. Bei dem Unfall wurden drei Personen schwer und zwölf leicht verletzt, gab die Landespolizeidirektion am Vormittag bekannt. In einer ersten Information der Einsatzkräfte war noch von 24 Verletzten die Rede gewesen.

Beide Fahrzeuge waren gegen 7 Uhr an der Kreuzung der B63 mit der L272 kollidiert. Die linke Seite des Busses wurde dabei zum Teil aufgerissen. Der Stockautobus war mit Pendlern von Großpetersdorf kommend Richtung Oberwart unterwegs, der Kran war auf dem Weg von Oberwart Richtung Rechnitz. In der Nähe des Unfallorts befindet sich eine Tankstelle.

Die Feuerwehr begann sofort mit den Rettungsmaßnahmen, schilderte Einsatzleiter Oliver Class. Sechs Personen waren im Bus eingeklemmt, darunter auch Schwerverletzte. Mit hydraulischen Geräten wurde der Stockautobus so weit geöffnet, dass die Verunglückten geborgen werden konnten.

Drei Notarzthubschrauber alarmiert

Die Verletzten wurden in die Krankenhäuser Oberwart und Güssing gebracht. Der Unfall hatte einen Großeinsatz der Rettungskräfte zur Folge: Fünf Notärzte und 32 Sanitäter kümmerten sich um die Versorgung der Patienten. Der Notarzthubschrauber Christophorus 16 flog Verletzte ins Spital nach Oberwart. Die ebenfalls alarmierten Christophorus 3 und 12 mussten wegen schlechten Wetters ihren Einsatz abbrechen.

Auch mehrere Kriseninterventionsteams wurden angefordert. Die Feuerwehren aus Großpetersdorf, Jabing und Oberwart waren mit zehn Fahrzeugen und 50 Kräften ausgerückt, um die Eingeklemmten zu befreien und die Fahrzeuge zu bergen.

"Die Zusammenarbeit vor Ort hat bestens funktioniert. 50 Minuten nach Alarmierung waren alle Verletzten abtransportiert und die Unverletzten auf dem Weg in eine Betreuungsstelle des Roten Kreuzes", berichtete Hans-Peter Polzer, Rettungsdienst-Leiter des Roten Kreuzes.

Negative Alkoholtests

Der verunglückte Bus gehört zur Unternehmensgruppe Dr. Richard und war um 6.40 Uhr von St. Michael im Burgenland nach Oberwart abgefahren, wo er um 7.25 Uhr ankommen sollte. Der Fahrer ist nach Angaben des technischen Leiters Johann Strasser routiniert. Er befindet sich im Krankenhaus, der Grad seiner Verletzungen war nicht bekannt.

Die Sperre der B63 dauerte Freitagmittag wegen der Bergungs- und Aufräumarbeiten noch an. Zur Ermittlung der Unfallursache wurde ein Sachverständiger beigezogen. Alkotests bei den Lenkern verliefen negativ. (APA, 28.4.2017)

Unfälle mit Bussen haben in Österreich bereits mehrfach für Todesopfer und Verletzte gesorgt. Eine Chronologie vergangener Jahre:

28. März 2014: Ein Lkw rammt in Schwand im Innkreis (Bezirk Braunau) einen Schulbus. Ein zwölfjähriger Mittelschüler stirbt am Tag danach im Krankenhaus. Es gibt mehr als 20 Verletzte.

27. Oktober 2012: In Grosshaslau (Bezirk Zwettl) kollidiert ein mit rund 50 Personen besetzter Autobus mit einem Pkw. Der Bus kippt in einen Graben, ein Insasse stirbt sofort, sechs Personen werden teilweise schwer verletzt.

11. April 2010: Ein mit einer japanischen Reisegruppe besetzter tschechischer Bus fährt auf der Westautobahn (A1) bei St. Valentin auf einen Lkw auf. Der Unfall fordert vier Schwer- und mehrere Leichtverletzte.

22. Februar 2010: Auf der A21, der Wiener Außenringautobahn, kollidieren vor der Ausfahrt Heiligenkreuz (Bezirk Baden) ein Bus und zwei Lkw – sechs Menschen sterben, 37 werden zum Teil schwer verletzt.

4. September 2009: Auf der Pyhrnautobahn (A9) südlich von Graz gerät ein Bus mit zwölf französischen Insassen sowie einer slowakischen Reiseleiterin bei Regen ins Schleudern und kippt um. Acht Personen werden verletzt, davon zwei schwer.

21. Juni 2009: Vermutlich durch Sekundenschlaf des Lenkers kommt ein Bus auf der Südautobahn (A2) zwischen Lieboch und Mooskirchen in Fahrtrichtung Graz in der Weststeiermark von der Straße ab und kracht eine Böschung hinunter. 34 der 48 großteils jugendlichen Insassen werden zum Teil schwer verletzt.

7. Juni 2008: Bei einem Unfall eines tschechischen Reisebusses auf der Südautobahn (A2) im Gemeindegebiet von Nestelbach (Graz Umgebung) kommt der 15-jährige Sohn des Fahrers ums Leben. Es gibt drei Schwerverletzte und sieben Leichtverletzte.

29. März 2008: Ein Bus aus Polen durchstößt in den Morgenstunden auf der Westautobahn im Bereich des Knotens Haid in Oberösterreich eine Leitplanke und stürzt über eine Böschung. Ein Insassen stirbt an Ort und Stelle, 43 Personen kommen mit zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital.

29. Oktober 2007: Auf der Südautobahn (A2) im steirischen Pack-Abschnitt bei Modriach (Bezirk Voitsberg) gerät ein ungarischer Bus auf den Pannenstreifen und streift ein Verkehrszeichen sowie die Betonleitschiene. Dann kippt das Fahrzeug über eine Böschung. Die Folge: drei Tote – zwei Mädchen und ein Bursche – und drei Schwerverletzte. 21 Personen erleiden leichte Verletzungen.

21. Juni 2007: Am Katzenberg, südlich des Tiroler Bezirksortes Reutte, stirbt ein Businsasse. Dem Unglück an der Fernpassroute war die Kollision mit einem in Richtung Norden fahrenden Lkw-Zug vorangegangen. Sechs der 50 Fahrgäste werden schwer, 44 leicht verletzt. (APA)

  • Der Bus wurde seitlich aufgeschlitzt.
    foto: apa/pressefoto franz weber

    Der Bus wurde seitlich aufgeschlitzt.

  • Fünf Notarztteams waren im Einsatz.
    foto: apa/pressefoto franz weber

    Fünf Notarztteams waren im Einsatz.

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