Gehen wir Formel 1 fernschauen

27. April 2017, 19:43
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Das Duell Vettel gegen Hamilton bringt der Formel 1 einen starken Zuwachs bei den TV-Quoten. Wolff: "Es ist sehr gut, dass die Leute positiv über die Formel 1 sprechen"

Sotschi – Die PS-Show erfreut sich am Duell mit maximalem PR-Potenzial. An martialischen Umschreibungen und Superlativen für den Zweikampf von Sebastian Vettel im Ferrari mit Lewis Hamilton im Mercedes mangelt es nicht. "Eine Schlacht", prophezeit etwa der britische "Guardian" nichts für "Feiglinge". Für den Rest des Formel-1-Feldes bleiben nur Brösel, ist die französische "L'Equipe" überzeugt.

Australien, China, Bahrain und nun der vierte Saisonlauf vor den schneebedeckten Bergen des Nordkaukasus. Auch Sotschi hat sich für das Gigantenduell herausgeputzt. Ob Russlands Präsident Wladimir Putin erneut zum Rennen in die Olympiastadt von 2014 am Schwarzen Meer reist, ist noch offen. Eine Bestätigung für einen Besuch gibt es bisher nicht. Kommt er, könnte er vielleicht den ersten Nicht-Mercedes-Sieg in seinem Reich sehen.

PS-Duell

Wie wichtig das Duell der beiden höchst erfolgreichen Piloten – vier Titel und 44 Siege für Vettel, drei Titel und 54 Siege für Hamilton – für die Königsklasse des Motorsports ist, weiß auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Es ist sehr gut, dass die Leute positiv über die Formel 1 sprechen. Das enge Duell zwischen Ferrari und Mercedes interessiert die Fans sehr", betonte der 45-jährige Wiener.

Die internationalen Einschaltquoten belegen dies eindrucksvoll. Den Grand Prix zuletzt in Bahrain verfolgten im ORF durchschnittlich 568.000 Zuschauer und damit fast ein Drittel mehr als im Vorjahr, der Marktanteil betrug im Durchschnitt 35 Prozent. RTL verzeichnete beim Sieg von Vettel auf dem Wüstenkurs mit 5,58 Millionen TV-Konsumenten ein Plus von mehr als einem Viertel bzw. 1,14 Millionen Sehern sowie 28,6 Prozent Marktanteil. Und auch der deutsche Pay-TV-Sender Sky vermeldete einen deutlichen Zuwachs von 90.000 auf insgesamt 440.000 Zuschauer.

Sieben Punkte trennen Vettel von Hamilton vor dem Rennen in Russland am Sonntag (14.00 Uhr MESZ/live ORF eins, RTL und Sky). Siegt Hamilton vor Vettel wie in China, wären beide wieder punktegleich an der WM-Spitze. Feiert Vettel seinen bereits dritten Saisonsieg, würde er seinen Vorsprung auf mindestens 14 Zähler ausbauen.

Sehnsucht nach einem Sieg

Gewonnen hat der 29-jährige Deutsche im Gegensatz zum 32-jährigen Engländer aber noch nie auf dem Kurs in Sotschi. Vettels Bilanz ist eher ernüchternd: Platz zwei 2015, ansonsten Achter bei der Premiere 2014 noch im Red Bull und ausgeschieden im Ferrari im vergangenen Jahr in der ersten Runde.

Hamilton gewann dagegen die ersten beiden Auflagen und wurde vor einem Jahr Zweiter hinter seinem damaligen Teamkollegen Nico Rosberg. Der Sotschi-Sieger wurde also am Ende auch immer Weltmeister. Von den bisher gefahrenen 159 Rennrunden auf dem 5,848 Kilometer langen Kurs führte Hamilton 100 an, Rosberg den Rest. (APA, red, 27.4.2017)

  • Lewis Hamilton und Sebastian Vettel elektrisieren die Menschen in ihren Fernsehsesseln.
    foto: ap/bruno

    Lewis Hamilton und Sebastian Vettel elektrisieren die Menschen in ihren Fernsehsesseln.

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