US-Steuerreform: Die Verlierer gehen leer aus

Kommentar27. April 2017, 17:49
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Profitieren werden bereits prosperierende Wirtschaftszentren im Westen und Osten

Es war ein simples, aber mächtiges Versprechen, das US-Präsident Donald Trump seinen Wählern im Hinterland gegeben hat. Er werde die früheren Industriezentren, die vergessenen Regionen in Ohio, Pennsylvania, Michigan, Wisconsin, mit Investitionen in die Infrastruktur wiederbeleben und auf eine Reindustrialisierung hinarbeiten. Nun hat das Weiße Haus eines seiner zentralen wirtschaftspolitischen Vorhaben – eine Steuerreform – präsentiert. Doch den Vergessenen der Globalisierung hat Trump dabei wenig bis gar nichts zu bieten.

Wie seine republikanischen Vorgänger im Amt setzt er auf eine Steuerentlastung in großem Stil, die der oberen Mittelschicht und den Wohlhabenden zugutekommen wird. Die Einkommens- und Unternehmenssteuern sollen gesenkt, die Erbschaftssteuer abgeschafft werden.

Die geplante spürbare Entlastung wird ohne Zweifel zu höheren Investitionen von Unternehmen führen. Die Investitionsquote in den USA ist niedrig. Doch die US-Konzerne werden ihr Geld in Regionen ausgeben, wo sie langfristig Chancen und Perspektiven sehen und wo ihnen gut ausgebildete Fachleute zur Verfügung stehen. Profitieren werden also bereits prosperierende Wirtschaftszentren im Westen und Osten. Da die Entlastung den Staat hunderte Milliarden kostet und nicht gegenfinanziert ist, wird Washington Geld für die versprochenen Infrastrukturprojekte fehlen. Das Hinterland wird durch die Finger schauen.(András Szigetvari, 27.4.2017)

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