"Mario Kart 8 Deluxe" im Test: Zum Fluchen gut

    Rezension1. Mai 2017, 11:00
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    Freunde mit Schildkrötenpanzern abzuschießen hätte kaum besser altern können – Wii-U-Spieler schauen leider durch die Finger

    Es hat etwas ungemein Befriedigendes, einem Freund einen virtuellen Schildkrötenpanzer vor den Latz zu knallen. Nintendos Arcade-Rennspielserie Mario Kart ersetzt bereits seit fast 25 Jahren überaus erfolgreich Schreiseminare und Partnerwrestling. Und dass dieser Behauptung jede wissenschaftliche Grundlage fehlt, könnte daran liegen, dass eine fies abgelegte Bananenschale den Autor aus der Spur gebracht hat.

    Ein Konzept, das der japanische Hersteller so gut wie seinen ikonischen Hauptcharakter selbst auszuschlachten weiß – mehr als 100 Millionen verkaufte Exemplare wanderten bis heute über die Ladentische.

    Perfektionierte Kommerzialisierung

    Diese perfektionierte Kommerzialisierung verdeutlicht das nun erschienene Jubiläumswerk "Mario Kart 8 Deluxe" besser als jeder seiner Vorgänger. Die Neuauflage des 2014 veröffentlichten Wii-U-Hits übernimmt die bereits damals vergoldeten Spielmechaniken eins zu eins und packt nun exklusiv für Nintendo-Switch-Spieler zum Vollpreis den damals schmerzlich vermissten Battle-Modus obendrauf.

    Bitter für Wii-U-Spieler, da diese kein Update erhalten, doch Neukunden dürfen sich dank technischen Verfeinerungen und vor allem dank der fünf zusätzlichen Modi für Arenenkämpfe tatsächlich über den bislang ausgefeiltesten und komplettesten Ableger der Serie freuen.

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    So spielt sich "Mario Kart 8 Deluxe"

    Partyspaß

    Die über Jahrzehnte gesammelten Ideen für knallbunte und hundsgemeine Strecken wurden in einem Paket aus 48 Kursen gebündelt. Für erfrischende Geschwindigkeitsräusche sorgt ein 200-ccm-Bewerb. Interessanter Use-Case für die Switch: Bis zu acht Spieler können sich kabellos mit ihren Konsolen zusammenschließen. Online dürfen wie gehabt bis zu zwölf Fahrer an den Start gehen.

    Am witzigsten ist Mario Kart allerdings auch in seiner jüngsten Fassung, wenn man sich einen Bildschirm teilt. Das geht mit der Switch sogar über den Handheldscreen, in dem jeder Spieler einen Joycon-Controller übernimmt. Für große Hände ist dies aber eine etwas verkrampfte Angelegenheit.

    Räuber und Gendarm

    Hervorragend Gebrauch vom Splitscreen machen auch die Arenenschlachten, die das klassische Abschießen mit frischen Bewerben auflockern. Für das Comeback der populären Wettstreite haben sich die Entwickler durchaus gelungene Abwandlungen der klassischen Ballonkämpfe einfallen lassen: Bei "Räuber und Gendarm" etwa gilt es, gegen die Zeit abwechselnd das gegnerische Team einzufangen oder ihm zu entkommen. Während gefangene Kontrahenten untätig aus einem Gefängnis aus zusehen müssen, müssen die verbleibenden Mitstreiter versuchen, diese über einen zentralen Schalter zu befreien, bevor alle geschnappt werden. Dadurch ergibt sich ein erbittertes Kreisen um diesen Knotenpunkt, während die Gendarme alles tun, um Befreiern den Weg abzuschneiden und sie ebenfalls zu schnappen.

    Stresstreibende Verfolgungsjagden

    Bei Insignen-Diebstahl sind die Verhältnisse klarer, die Verfolgungsjagden aber nicht weniger stresstreibend. Greift man auf der Fahrt die Insigne auf, muss man versuchen, sie für 20 Sekunden zu halten und die Angriffe der Meute hinter einem so gut es geht abwehren. Wird man getroffen, kann ein anderer die Insigne fangen und zum Gejagten werden.

    Die diffizilere Abwandlung davon ist "Münzenjäger". Dabei gilt es, so viele Münzen wie möglich einzusammeln. Wird man jedoch abgeschossen, verliert man einen Teil seiner Beute, die wie auf einem Präsentierteller auf der Strecke liegen bleibt und geklaut werden kann. Wer am Schluss mehr Münzen übrig hat, gewinnt.

    Einfacher gestrickt, aber dadurch vielleicht auch umso gefälliger ist Bob-omb-Wurf. Hier wird das Chaos auf die gekonnte Sprengung der eilig driftenden Gegenspieler reduziert. Pazifistische Bombenleger und Kamikazefahrer dürften ihre Freude haben.

    Update zum Vollpreis

    Schade ist, dass der Neuauflage die ikonischen N64-Arenen fehlen. Hoffentlich werden diese per Update und nicht erst mit einer weiteren Vollpreisausgabe nachgereicht. Im noch übersichtlichen Spielaufgebot der Switch sticht "Mario Kart 8 Deluxe" jedenfalls als aufpolierter Partyspaß heraus. Wenngleich einem alles bekannt vorkommt: Freunde mit Schildkrötenpanzern abzuschießen und dabei ungeniert zu fluchen hätte kaum besser altern können. (Zsolt Wilhelm, 1.5.2017)

    "Mario Kart 8 Deluxe" ist ab drei Jahren für Nintendo Switch erschienen. UVP: 59,99 Euro.

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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