Schüler-Kritik an Vorgehen der Eltern

27. April 2017, 14:41
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Bundesschulsprecher: "Niveaulos"

Wien – Kritik am Vorgehen der Elternvertreter beim Schulautonomiepaket kommt von Bundesschulsprecher Harald Zierfuß von der VP-nahen Schülerunion. Es sei eine "Verhöhnung", zu behaupten, dass alle Schulpartner gegen das Autonomiepaket im Gesamten seien, so Zierfuß in einem der APA vorliegenden Schreiben an Eltern- und Lehrervertreter.

Der Bundeselternverband an mittleren und höheren Schulen (BEV) sowie die Lehrergewerkschafter an AHS und BMHS haben sich mit der Bundesschülervertretung im sogenannten Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) zusammengeschlossen. In diesem nehmen sie im Regelfall gemeinsam zu schulpolitischen Gegenständen Stellung – nicht aber bei der heutigen Pressekonferenz zum Schulautonomiepaket, der Zierfuß fernblieb.

Dieser hat "das Gefühl, dass nicht mehr nach einem gemeinsamen schulpartnerschaftlichen Weg oder zumindest einem größten gemeinsamen Nenner gesucht wird", schreibt er den Lehrern und Eltern. "Wir bringen es auf Bundesebene als Schulpartner wohl auf keine gemeinsame Meinung zum aktuell diskutierten Schulautonomiepaket." Diese unterschiedlichen Ansichten würden auf den unterschiedlichen Interessen der Gruppen fußen. "Das kann durchaus vorkommen." Aber: "Gerade in dieser angespannten Situation halten wir es für eine Verhöhnung weiterhin so zu tun, als hätten wir keine eigenständige Meinung (...), uns vorzuwerfen gegen die Schüler vorzugehen oder gar zu behaupten, dass alle Betroffenen (=Schulpartner) gegen das Autonomiepaket im Gesamten sind."

Nicht nur negative Aussagen

Die Bundesschülervertretung habe Stellungnahmen "fernab jeder Euphorie" abgegeben, bemerkte Zierfuß. Enthalten sind darin aber nicht nur negative Aussagen zum Paket. In der aktuellen Petition des Bundeselternverbands zum Paket heiße es aber nun, dass "keine der betroffenen Personengruppen, außer Vereinzelten, die zu positiven und zum Teil euphorischen Stellungnahmen 'gezwungen' sind, an den vorliegenden Papieren positive Elemente entdecken hat können". "Uns wird unsere Meinung keinesfalls vorgeschrieben, das ist eine böse und absolut falsche Behauptung", so Zierfuß in Richtung Eltern. "Es ist niveaulos uns Schülern sowas zu unterstellen."

Der Bundesschulsprecher fürchtet dabei auch Auswirkungen auf künftige Schülervertretungswahlen: "Ich möchte zu bedenken geben, dass dieser aktuelle Weg, bei dem von Seiten der Eltern bewusst gegen uns mobilisiert wird, uns bei Wahlen durchaus schaden kann und zu Verschiebungen der Mehrheitsverhältnisse beitragen könnte." Das könne zu "noch viel grundsätzlicheren Diskussionen unter den Schulpartnern bei Themen wie Gesamtschule und Zentralismus im Schulwesen führen", verwies Zierfuß auf einen möglichen Machtwechsel in der BSV zur SP-nahen Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS). (APA, 27.4.2017)

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