Alaba: "Das ist natürlich sehr, sehr bitter"

27. April 2017, 13:26
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Cup-Out nächste bittere Erfahrung für die Bayern – Dortmund nach 3:2-Sieg in München nun Topfavorit im Finale gegen Eintracht Frankfurt

München – Nach dem Coup in München ist Borussia Dortmund der Favorit auf den Gewinn des deutschen Fußball-Cups. Der 3:2-Erfolg nach 1:2-Pausenrückstand am Mittwochabend im Halbfinale war ein weiterer Schritt im BVB-Reifeprozess – und schmerzte den FC Bayern extrem. Dortmunds Trainer Thomas Tuchel sieht einen besonderen "Klebstoff" in seinem Team nach dem Sprengstoffanschlag auf den BVB-Bus am 11. April.

Seine Betreuer schleppten spontan zwei Kisten Bier für ihre Pokalfinalisten in die Kabine – beim FC Bayern herrschte zeitgleich nach dem nächsten schweren K.o. Katerstimmung. Dortmund – und nicht der Titelverteidiger aus München mit ÖFB-Star David Alaba – spielt nun am 27. Mai im Endspiel im Berliner Olympiastadion gegen den Außenseiter Eintracht Frankfurt.

Tuchel: "Es fühlt sich sensationell gut an"

"Wir wollten nicht nur nach Berlin, wir wollen nach Berlin, um dort zu gewinnen", betonte Tuchel nach dem packenden Cup-Duell mit den Bayern. "Es fühlt sich sensationell gut an."

Für die Bayern setzte es dagegen die nächste herbe Enttäuschung. Eine Woche nach dem Aus in der Champions League gegen Real Madrid zerstörten die Dortmunder die Hoffnungen auf das tröstende Double für das Starensemble von Trainer Carlo Ancelotti. "Das ist eine Niederlage, die tut weh. Innerhalb von einer Woche Madrid und das heute zu verkraften, ist nicht so einfach für die Mannschaft. Jetzt muss man erstmal in Ruhe die Wunden lecken", sagte der enttäuschte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Alaba, der links in der Bayern-Abwehrkette durchgespielt hatte, war ebenfalls zutiefst betrübt. "Wir haben nicht alle Ziele, die wir uns vorgenommen haben, erreicht. Das ist natürlich sehr, sehr bitter. Es steckt sehr viel Arbeit dahinter, und wenn man sich dann nicht belohnt, ist das sehr, sehr schade", gab der 24-jährige Wiener unmittelbar nach dem Schlusspfiff zu Protokoll.

"Klebstoff" für die Mannschaft

Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang und Matchwinner Ousmane Dembele sorgten mit ihren Toren dafür, dass die Dortmunder weiter auf den ersten Pokalsieg seit dem gegen die Bayern im Jahr 2012 hoffen dürfen. "Wenn es eine Mannschaft verdient hat, nach den letzten Wochen ein bisschen Glück zu haben und nach Berlin zu fahren, dann Borussia Dortmund", bekräftigte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Das in der Extremsituation nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus zusammengerückte Dortmunder Team feierte in München einen großen Triumph. "Für mich persönlich gehört das nicht zusammen", sagte Tuchel. "Aber wir haben uns kennengelernt auf eine Art und Weise, auf die wir gerne verzichtet hätten, aber die trotzdem wahnsinnig werthaltig war." Solch ein dramatisches und einschneidendes Erlebnis sei wie "Klebstoff" für den Zusammenhalt der Mannschaft, den man nur durch außergewöhnliche Erlebnisse bekomme.

Hummels: "Fahrlässig"

"Dieser Erfolg ist fürs Selbstvertrauen und für die Entwicklung der Mannschaft unersetzbar", hob Tuchel nach einem auch persönlich wichtigen Sieg hervor. In seinem schwierigen zweiten Jahr mit der Borussia hat der 43-Jährige nun beste Chancen auf seinen ersten Titel.

Dagegen ist der Abschied mit einem Pokal-Triumph für Bayern-Kapitän Philipp Lahm passe. "Es ist eine große Enttäuschung", haderte der 33-Jährige. Durch Treffer Javi Martínez und den Ex-Dortmunder Mats Hummels hatten die Münchner zwischenzeitlich 2:1 geführt. Sie vergaben aber danach durch Robert Lewandowski und Arjen Robben mehrere Großchancen zum 3:1. "Wir haben das Finale fahrlässig sausen lassen", klagte Hummels.

Jetzt müssen die Bayern, die in der Bundesliga vier Runden vor dem Saisonende mit acht Punkten vor Aufsteiger RB Leipzig an der Spitze stehen, unbedingt den fünften Meistertitel in Folge sichern. "Wir müssen ihn mathematisch noch dicht machen", forderte Rummenigge – und blickte auch auf das verpasste Finale am 27. Mai: "Dortmund hat gewonnen, herzlichen Glückwunsch, jetzt werden sie wahrscheinlich DFB-Pokalsieger werden." (APA, 27.4.2017)

  • David Alaba: "Es steckt sehr viel Arbeit dahinter, und wenn man sich dann nicht belohnt, ist das sehr, sehr schade".
    foto: apa/afp/stache

    David Alaba: "Es steckt sehr viel Arbeit dahinter, und wenn man sich dann nicht belohnt, ist das sehr, sehr schade".

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