OMV lädt elektrisch auf

27. April 2017, 18:30
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Der Einstieg bei der Verbund-Tochter Smatrics ist fixiert. Geht es zunächst um Strom, will man sich später dem Wasserstoff widmen

Wien – Die OMV, deren Geschäftsgrundlage bisher im Produzieren, Veredeln und Verkaufen von fossilen Kraftstoffen bestand, will künftig auch an der Elektromobilität verdienen. Als Vehikel dafür dient die Verbund-Tochter Smatrics, in die der Mineralölkonzern mit 40 Prozent einsteigt. Die Zusammenarbeit soll in absehbarer Zeit auf Wasserstoff ausgedehnt werden, wobei hier wie bei den Elektroautos auch insbesondere die Kfz-Hersteller gefordert seien.

Schnelllader im Fokus

Smatrics, gegründet 2013, verfügt mit inzwischen rund 400 Ladepunkten über das größte Stromladenetz für Autos in Österreich. Dieses Netz soll in den nächsten Jahren um eine kleine, zweistellige Millionensumme – Förderungen inklusive – weiter verdichtet werden. Dabei soll der Fokus auf noch schnellere Lademöglichkeiten als bisher gerichtet werden.

Das Preisgeld für den Einstieg wollten weder OMV-Tankstellenchef Manfred Leitner noch Verbund-Vorstandschef Wolfgang Anzengruber bei der Präsentation des Deals am Donnerstag nennen. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden. Die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens in Österreich, Deutschland und künftig möglicherweise auch in Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien soll in einer gleichberechtigten Partnerschaft erfolgen. Verbund wie OMV werden nach einer anstehenden Kapitalerhöhung jeweils 40 Prozent an Smatrics halten, Gründungsgesellschafter Siemens die restlichen 20 Prozent.

Auch wenn man den Eindruck haben könnte, dass sich die E-Mobilität so rasch nicht durchsetzen und das Geschäft mit Stromladestationen noch lange verlustträchtig bleiben wird; allein die drohenden hohen Strafen bei Überschreiten der CO2-Limits im Flottenverbrauch ab 2019 werden dafür sorgen, dass die Autoindustrie mehr und mehr Elektroautos in den Markt schieben werde, sind Anzengruber wie Leitner überzeugt.

"Grüner" Strom

Ein Grund, warum man sich OMV-seitig für die Kooperation mit dem Verbund entschlossen habe, sei der hohe Anteil umweltfreundlich erzeugten Stroms, sagte Leitner. Während in Deutschland noch immer rund 30 Prozent des Stroms aus Kohlekraftwerken stammt, liege der Anteil von "grünem" Strom beim Verbund derzeit bei 96 Prozent. Ziel seien 100 Prozent, wie Anzengruber betonte.

Ende 2016 waren rund 13.000 elektrisch betriebene Fahrzeuge zum Verkehr in Österreich zugelassen. Bis 2020, so auch der Plan der Regierung, sollten es rund 175.000 sein.

Derzeit ist Smatrics an österreichweit 15 OMV-Tankstellen mit eigener Ladeinfrastruktur vertreten. Weitere hoch frequentierte Tankstellen sollen fit für Elektroautos gemacht werden. (stro, 27.4.2017)

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