Versicherer ortet neue Reiselust

26. April 2017, 18:45
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2016 beendete die Europäische Reiseversicherung mit einer Delle, heuer sollte es wieder aufwärts gehen

Wien – Im 110. Jahr ihres Bestehens sieht Österreichs Marktführer bei Reiseversicherungen, die Europäische Reiseversicherung (ERV), Signale für ein Wiedererstarken des Marktes. 2016 hat die Generali-Tochter unter den widrigen Rahmenbedingungen gelitten, von denen insbe- sondere Reiseveranstalter mit Türkei-Schwerpunkt betroffen waren. Die Prämieneinnahmen schrumpften um 5,6 Prozent auf 59,14 Millionen Euro.

"Die Reiselust ist zurück; damit sollten heuer auch die Prämieneinnahmen wieder steigen," sagte ERV-Chef Wolfgang Lackner bei der Bilanzpräsentation am Mittwoch. Voraussetzung sei allerdings, dass die krisenhaften Ereignisse und terroristischen Bedrohungen nicht wieder zunehmen.

Die Gründung der ERV hängt eng mit der Südbahn zusammen. Als erste Touristenwellen nach Triest und an die Gestade der oberen Adria einsetzten, wurden Zugpassagiere mitunter von heißen Kohleresten getroffen, die von der Dampflokomotive fielen. Es waren unter anderem diese Erfahrungen, die Max von Engel 1907 inspirierten, unter Beteiligung der Münchener Rück in Budapest eine Reiseversicherung zu gründen.

Mittlerweile reklamiert die ERV in Österreich einen Marktanteil von rund 60 Prozent für sich. Das Unternehmen, das auch in Slowenien und Südtirol tätig ist, hat im Vorjahr ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 5,04 (2015; 4,43) Millionen Euro erzielt. Der Bilanzgewinn ging auf 5,65 (6,31) Millionen Euro zurück.

Während das Segment Auslandsreisen schwächelte und damit die Versicherungsabschlüsse negativ beeinflusste, punktete die ERV im Vorjahr wieder stark bei Hotelstorno- und Ganzjahresversicherungen. (stro, 26.4.2017)

  • Hotelstorno- und Ganzjahresversicherungen fanden ihre Abnehmer.
    foto: apa/fohringer

    Hotelstorno- und Ganzjahresversicherungen fanden ihre Abnehmer.

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