Kaum Pferde im Stall: Wie aktive Fonds gegen passive Produkte antreten

29. April 2017, 17:00
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"Konzentrierte Portfolios" entwickeln sich besser als passive Indexprodukte wie ETF & Co, meint der Anbieter Comgest

Wien – In der Welt der Aktienanlage laufen passive Produkte, die starr einen Index nachbilden, herkömmlichen Investmentsfonds mit klassischer Titelauswahl sukzessive den Rang ab. Dieser Entwicklung möchte der französische Fondsanbieter Comgest mit einer "extrem aktiven" Veranlagungsstrategie entgegenwirken, nämlich mit sogenannten "konzentrierten Portfolios". Dabei fokussiert sich das Fondsmanagement auf eine eher geringe Anzahl von Titeln – in Europa sind es derzeit knapp 30 Unternehmen. Die Besonderheit: Aufnahme sollen nur jene Firmen finden, die in der nächsten halben Dekade zumindest zehn Prozent Gewinnwachstum pro Aktie und Jahr erzielen können – "und das mit einer gewissen Vorhersehbarkeit", erklärt Wolfgang Fickus, Mitglied des Investmentkomitees der Fondsgesellschaft.

An welchen Faktoren man solche Unternehmen erkennt? "Es ist immer am besten, mit einer guten Marktposition in einem Wachstumsmarkt unterwegs zu sein", sagt Fickus. Als Beispiel nennt er das stetige Wachstum der Mittelschicht in Schwellenländern. "Das sind Megatrends, auf die wir setzen." Aber auch für Unternehmen, die in stagnierenden Branchen Marktanteile gewinnen, kann er sich begeistern – und betont folgenden Grundsatz für die Titelauswahl: "Wichtig ist eine starke Unternehmenskultur, die auf langfristigen Erfolg abzielt."

"Je mehr Aktien man in das Portfolio nimmt, desto größer ist die Gefahr, dass die guten Ideen verwässert werden", begründet Fickus die Konzentration auf wenige Einzeltitel, denen Comgest relativ lange die Treue hält. "Fast 70 Prozent der europäischen Titel befinden sich schon seit mehr als fünf Jahren im Portfolio", sagt Fickus unter Verweis auf geringere Transaktionskosten durch seltenes Umschichten.

Mit diesen vom jeweiligen Index abweichenden Portfolios will Fickus auf lange Sicht überdurchschnittliche Erträge erzielen, in manchen Marktphasen könnten sie sich aber auch vorübergehend schwächer entwickeln. "Sonst würde man sich nicht von der passiven Industrie abheben." (aha, 29.4.2017)

  • Weniger ist mehr, meinen Anbieter sogenannter "konzentrieter Portfolios". Die Idee dahinter: Wenige gute Wachstumsaktien sollten sich besser entwickeln als ein Gesamtmarkt.
    foto: ali hashisho

    Weniger ist mehr, meinen Anbieter sogenannter "konzentrieter Portfolios". Die Idee dahinter: Wenige gute Wachstumsaktien sollten sich besser entwickeln als ein Gesamtmarkt.

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