Primärversorgung: Zweite Wiener Praxis fixiert

26. April 2017, 16:37
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Nach zähen Verhandlungen soll Pilotprojekt unweit des Donauspitals im Herbst starten

Wien – Zuerst wurden keine Ärzte gefunden, dann konnten sich diese mit dem Vermieter nicht einigen. Die geplante Primärversorgungseinheit (PVE) gegenüber dem Donauspital hatte gravierende Anlaufschwierigkeiten. Doch diese dürften nun überwunden sein. "Der Mietvertrag ist unterschrieben", erklärt Allgemeinmedizinerin Regina Ewald auf Anfrage des STANDARD. Sie wird gemeinsam mit zwei Ärztinnen die erweiterte Gruppenpraxis betreiben.

Das Pilotprojekt wurde deshalb in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses geplant, damit die überlaufenen Spitalsambulanzen entlastet werden. Diese Nähe war in der Ausschreibung sogar so genau definiert (DER STANDARD berichtete), dass für die Praxis nur ein Gebäude infrage kam – und hier gab es Schwierigkeiten, bis man sich über Umbaukosten und Miethöhe einig wurde.

Nun liegt ein Vertrag vor, Ewald ist zuversichtlich, dass sie ab Herbst in der Praxis Patienten behandeln kann. Für fünf Jahre ist das Pilotprojekt konzipiert, doch da vergangene Woche auch das PVE-Gesetz vorgelegt wurde, wollen sich die Ärztinnen die Option offen halten, in einen nach den rechtlichen Vorgaben geregelten Vertrag wechseln zu können.

270.000 Euro Förderung jährlich

Das Projekt wird jährlich mit 270.000 Euro unterstützt, die zu 70 Prozent von der Stadt Wien und zu 30 Prozent von der Wiener Gebietskrankenkasse getragen werden. Das Geld soll die Zusatzleistungen wie längere Öffnungszeiten, aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen sicherstellen.

Neben der Verfügbarkeit zu Tagesrandzeiten und am Wochenende unterscheidet das multiprofessionelle Arbeiten PVEs von normalen Gruppenpraxen. Was in der Donaustadt der Schwerpunkt wird, steht laut GKK noch nicht fest, nur dass auch Pflegekräfte dort angestellt sein sollen.

Laut Plan der Allgemeinmedizinerin Ewald sollen ein Ernährungswissenschafter und ein Gesundheitspsychologe das Team ergänzen. Bisher gibt es nur zwei PVEs in Österreich, eines in Wien-Mariahilf, eines in Enns. 75 Einheiten sind bis 2021 geplant. (Marie-Theres Egyed, 26.4.2017)

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