Angst vor neuen Konflikten: Neuer ORF-"Schauplatz" zu "Kampf im Park"

Ansichtssache27. April 2017, 09:00
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ORF-Redakteurin Julia Kovarik hat nachgefragt, was aus den tschetschenischen und afghanischen Jugendlichen aus der ersten Sendung geworden ist

Wien – Für den ORF-Schauplatz haben Julia Kovarik und Alexandra Augustin 2016 afghanische und tschetschenische Jugendliche porträtiert und sie in Wiener Parks besucht. Die Reportage "Kampf im Park" – sie wurde mit dem Karl-Renner-Preis ausgezeichnet – war im Juli 2016 zu sehen und sorgte damals für heftige Debatten in den sozialen Medien.

foto: orf

"Einige der Jugendlichen haben nach unserer Sendung Probleme bekommen. Allerdings nicht mit den Behörden oder Arbeitgebern, sondern mit der jeweils anderen Community. Das hatten wir selbst anders eingeschätzt", sagt Kovarik zum STANDARD. "Alles in allem waren die Jugendlichen beider Seiten mit der Reportage zufrieden und haben sich gut wieder erkannt und verstanden gefühlt."

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Für den aktuellen ORF-"Schauplatz" (Donnerstag, 21.05 Uhr, ORF 2) hat sie nachgefragt, was aus den Burschen geworden ist. "Wir wollten alle Jugendlichen wieder vorkommen lassen, allerdings konnten wir viele nicht mehr finden. Einige von ihnen sind im Gefängnis. Vor allem wegen Gewalt- und Drogendelikten."

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Kovarik hat für die Reportage die Justizanstalt Gerasdorf besucht und den Prozess rund um die Handelskai-Massenschlägerei zwischen Afghanen und Tschetschenen begleitet. Im Februar wurden acht Afghanen verurteilt, auf Bewährung.

"Das Urteil finden viele tschetschenische Jugendliche viel zu milde. Die Communitys befürchten, dass der Streit wieder eskalieren könnte." Momentan herrsche "so etwas wie eine Winterpause". Kovarik: "Es wird interessant, wie sich der Konflikt weiter entwickelt, wenn es wieder wärmer wird und die Parks wieder belebt werden."

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Positiv entwickelt hat sich das Leben des Tschetschenen Said (links im Bild), er kommt in der Reportage wieder recht prominent vor. Kovarik: "Das ist jener junge Tschetschene, der eigentlich einmal Arzt werden wollte. Von seiner damaligen Clique sind nur recht wenige übrig, der Großteil sitzt im Jugendgefängnis. Er selbst ist in diesem einen Jahr sehr erwachsen geworden. Ist nun aktiv auf Arbeitssuche, hat eine Freundin und meidet Plätze 'an denen es nur Probleme gibt'". (Astrid Ebenführer, 27.4.2017)

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