Causa Eurofighter: Justiz ermittelt gegen Airbus-Chef

26. April 2017, 23:13
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Verdacht des schweren Betrugs

Wien – Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt in der Causa Eurofighter wegen des Verdachts des schweren Betrugs auch gegen Airbus-Chef Thomas Enders persönlich. Das sagte am Mittwoch eine Sprecherin der Behörde. Die Staatsanwaltschaft Wien hatte im Februar nach einer Anzeige des Verteidigungsministeriums ein Verfahren gegen den Luftfahrtkonzern eröffnet.

Ein Airbus-Sprecher bestätigte ebenfalls die Ermittlungen und wies die Vorwürfe zugleich als "haltlos" zurück.

Enders war bei der Bestellung der Kampfjets 2003 noch Chef der Rüstungssparte. Die österreichische Justiz ermittelt laut dem Reuters vorliegenden Dokument, das auch Enders in Zusammenhang mit den Ermittlungen auflistet, gegen insgesamt 16 Personen. Auch bei der Münchner Staatsanwaltschaft stehen 16 frühere Eurofighter-und EADS-Manager unter dem Verdacht der Untreue. Enders gehöre nicht zu den Verdächtigten, sagte eine Sprecherin der Münchner Behörde laut Reuters. Zur Jahresmitte will die deutsche Justiz Ergebnisse vorlegen.

Seit Jahren im Visier

Der umstrittenen Kauf der Eurofighter durch Österreich steht schon seit Jahren im Visier der Ermittlungsbehörden in Wien und in München. Korruptionsvorwürfe gab es sowohl hinsichtlich des Kaufs als auch in Zusammenhang mit den sogenannten "Gegengeschäften.

Der Eurofighter ist das Nachfolgemodell des Überschallkampfflugzeugs "Draken" (Saab J-35OE Mk.II), das ab 1987 in Österreich flog. Um die Typenentscheidung für den Ersatz der Draken im Jahr 2002 gab es heftige politische Diskussionen – und diese dauern wegen Korruptionsvorwürfen bis heute an. (APA, Reuters, 27.4.2017)

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