Anteil der Schulabbrecher in Österreich weiter rückläufig

26. April 2017, 15:01
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Laut Eurostat bereits unter sieben Prozent – 40 Prozent haben Tertiärabschluss

Wien/Brüssel – Der Anteil der Schul- und Ausbildungsabbrecher in Österreich ist weiter gesunken. 2016 betrug laut Eurostat der Prozentsatz der 18- bis 24-Jährigen, die höchstens über einen Pflichtschulabschluss verfügen und nicht an weiterführenden Bildungsangeboten teilnehmen, nur mehr 6,9 Prozent (2006: 10 Prozent). Damit liegt Österreich im vorderen Mittelfeld und erfüllt das EU-2020-Ziel von 9,5 Prozent.

Insgesamt gelten in der EU 10,7 Prozent als frühzeitige Schul-und Ausbildungsabgänger – das entspricht einem Rückgang von 4,6 Prozentpunkten gegenüber 2006. Für die gesamte EU gilt ein 2020-Ziel von maximal zehn Prozent (die Kernziele pro Land sind je nach Ausgangslage unterschiedlich, Anm.). Am geringsten war die Zahl der Schulabbrecher in Kroatien (2,8 Prozent), Litauen (4,8 Prozent), Slowenien (4,9 Prozent) und Polen (5,2 Prozent), die höchsten Quoten registrierten Malta (19,6 Prozent), Spanien (19 Prozent) und Rumänien (18,5 Prozent).

Im Vergleich zu 2016 haben fast alle Mitgliedstaaten die Zahl der Schulabbrecher reduziert. Ausnahmen sind Tschechien, Rumänien und die Slowakei, wo es jeweils einen leichten Anstieg gab. Außer in Bulgarien, Rumänien und Tschechien ist der Anteil der Schulabbrecher bei den Frauen geringer als bei den Männern. In Österreich liegt er bei den Männern bei 7,7 und bei den Frauen bei genau sechs Prozent.

Im EU-Schnitt bei Tertiärabschlüssen

Fast genau im EU-Schnitt liegt Österreich bei den Tertiärabschlüssen: Hierzulande verfügten 2016 40,1 Prozent der 30-bis 34-Jährigen über den Abschluss eines tertiären Bildungsgangs (EU: 39,1 Prozent). Österreich erreicht "seinen" EU2020-Zielwert von 38 Prozent damit knapp. Die EU verfehlt den ihrigen von 40 Prozent dagegen hauchdünn. Nicht zu vergleichen ist dieser Prozentwert allerdings mit der früheren österreichischen Akademikerquote.

Nach einer Änderung der Einteilung der Bildungskategorien wurden in Österreich vor allem die vierten und fünften Jahrgänge der berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sowie Aufbaulehrgänge zu "kurzen tertiären Bildungsprogrammen" und damit Teil der Tertiärquote. In Österreich gelten diese Personen aber nach wie nicht als Akademiker.

Deshalb verzichtet Eurostat im Fall Österreichs auch auf einen Vergleich mit früheren Werten. Die höchsten Tertiärquoten verzeichneten Litauen (58,7 Prozent), Luxemburg (54,6 Prozent), Zypern (53,4 Prozent), Irland (52,9 Prozent) und Schweden (51 Prozent). Am unteren Ende der Skala liegen Rumänien (25,6 Prozent), Italien (26,2 Prozent), Kroatien (29,5 Prozent) und Malta (29,8 Prozent). (APA, 26.4.2017)

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