"Fest der Freude" wird zum fünften Mal gefeiert

26. April 2017, 14:37
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Gratis-Konzert der Wiener Symphoniker auf dem Wiener Heldenplatz

Wien/Mauthausen – Zum bereits fünften Mal wird anlässlich der Befreiung Österreichs vom Nationalsozialismus das "Fest der Freude" gefeiert. Im Zentrum der Veranstaltung am 8. Mai auf dem Wiener Heldenplatz steht ein Gratis-Konzert der Wiener Symphoniker unter dem Dirigenten Adam Fischer. Zu Wort kommen werden auch die Regierungsspitze sowie eine Zeitzeugin, ORF III überträgt die Veranstaltung live.

Veranstaltet wird das "Fest der Freude" vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ). Die Veranstaltung sei mittlerweile schon Tradition, meinte dessen Vorsitzender Willi Mernyi bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, bei der das diesjährige Programm vorgestellt wurde. Erstmals veranstaltet wurde das Fest 2013 als Antwort auf Burschenschafter-Aufmärsche am Tag des Kriegsendes vor der Krypta auf dem Heldenplatz. Eröffnet wird die diesjährige Veranstaltung mit kurzen Videoclips von Botschaftern der Befreiernationen, der Israelitischen Kultusgemeinde und weiteren Organisationen.

Nach knappen Statements der Regierungsspitze sowie von Vertretern der Stadt Wien wird die Zeitzeugin Lucia Heilman zu Wort kommen. Sie selbst war 1938 auf dem Heldenplatz, als Adolf Hitler seine "Anschluss"-Rede hielt und überlebte das Nazi-Regime vor den Nazis versteckt. Das Konzert wird mit der Uraufführung des Auftragswerks "Here & Now" des heimischen Komponisten Kurt Schwertsik eröffnet. "Es war uns wichtig, dass wir einmal einen Brückenschlag in die Gegenwart wagen", begründete Symphoniker-Geschäftsführer Johannes Neubert die Wahl.

Künstlerischer Höhepunkt

Für das Orchester handle es sich nicht nur um die Teilnahme an einem wichtigen gesellschaftspolitischen Event, sondern auch um einen der künstlerischen Höhepunkte der Saison. Weiters im Musikprogramm: Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-moll op. 64, das von dem jungen Wiener Geiger Emmanuel Tjeknavorian interpretiert wird, sowie mehrere Werke von Ludwig van Beethoven. Den Schlusspunkt bildet die "Ode an die Freude" aus dessen Neunter Symphonie, die eigens zum Mitsingen für "Menschen mit normaler stimmlicher Ausstattung" in eine andere Tonart transponiert wurde, so Symphoniker Neubert.

Mehr denn je beteiligt sich auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk am "Fest der Freude". So wird das Konzert nicht nur live übertragen, ORF III hat rund um das Datum auch einen zeitgeschichtlichen Schwerpunkt gesetzt, kündigte Generaldirektor Alexander Wrabetz an. Nicht weniger als zwölf Dokumentationen sollen von 6. Mai weg ausgestrahlt werden, darunter die Fortsetzung der Reihe "Mauthausen vor der Tür – Das Schicksal der Frauen". Wrabetz erinnerte auch daran, dass das "Fest der Freude" einen Tag nach der französischen Stichwahl stattfindet.

Dabei handle es sich aufgrund der Kandidatur der Rechtspopulistin und EU-Gegnerin Marine Le Pen um eine "Abstimmung über Europa". Bei ihrem Sieg drohe ein Ausstieg Frankreichs aus der Europäischen Union – der eigentlichen "Schlussfolgerung" des Kriegsendes. Der ORF-Chef hofft daher, "dass wir das feiern können, dass diese Gefahr abgewendet ist". Einen Tag vor dem Fest der Freude findet am 7. Mai auch die Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt. Diesjähriger Schwerpunkt: "Internationalität verbindet". (APA, 26.4.2017)

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