Die dezimierten Motivierten

26. April 2017, 14:03
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Österreichs Eishockeyteam muss im Finish der B-WM in Kiew mehrere Ausfälle verkraften, drei Stammkräfte sind verletzt. Am Donnerstag geht’s gegen Tabellenführer Südkorea, der sich auch mit Einbürgerungen schon für die Winterspiele 2018 rüstet

Kiew – Dezimiert geht Österreichs Eishockey-Nationalteam bei der B-WM, die offiziell auf WM der Division 1A hört, in die entscheidende Phase. Kapitän Thomas Raffl sowie die Verteidiger Stefan Ulmer und Layne Viveiros fallen voraussichtlich für die Spiele gegen den überraschenden Tabellenführer Südkorea (Donnerstag, 19.30 Uhr) und Polen (Freitag, 16, live ORF Sport+) aus.

Die ÖEHV-Auswahl hat bisher noch in keinem Match über 60 Minuten überzeugt, aber nach zwei Siegen in drei Spielen den Aufstieg noch selbst in der Hand. Allerdings wurde der 3:1-Erfolg gegen Ungarn am Montag teuer erkauft. Viveiros wurde bei einem Bandencheck nach 32 Sekunden eine Rippe angebrochen, Raffl verletzte sich bei einem geblockten Schuss das Sprunggelenk, und Ulmer bei einem Schlag gegen die Hand einen Finger.

Bei Ulmer, dem erfahrensten Verteidiger im Team, besteht eine kleine Chance auf den Einsatz, bei Raffl wäre Teamchef Roger Bader überrascht. Der bisher herausragende Stürmer kann den Fuß nicht abbiegen, will aber alles versuchen, um gegen Südkorea dabeizusein. Bader rechnet nicht mit ihm. "Ich gehe davon aus, dass wir mit 17 Feldspielern spielen", sagt der Teamchef, der schon vor und während der Ukraine-Partie am Dienstag (1:0) mehrmals umstellen musste. Der Schweizer bevorzugt "vier Triebwerke", also möglichst gleichstarke Linien, muss nun aber personell improvisieren und seine Taktik anpassen. "Das permanente Pressing geht wahrscheinlich nicht wie gewünscht, vielleicht spielen wir ein bisschen defensiver."

"Einen Schritt mehr machen"

Somit müssen Spieler, die das bei ihren Clubs nicht gewohnt sind, mit viel Eiszeit und Verantwortung rechnen. "Die Ausfälle schmerzen, aber so ist der Sport. Wir müssen das kompensieren, einfach alle einen Schritt mehr machen", sagt Daniel Woger, Torschütze gegen die Ukraine. Dennoch ist Bader optimistisch. "Wir haben die Mittel, sie zu schlagen", sagt der 52-Jährige.

Die Südkoreaner haben alles getan, um fürs olympische Heimspiel 2018 in Pyeongchang ein gutes Team zu entwickeln. Als Teamchef wurde Jim Paek, zweifacher Stanley-Cup-Sieger mit den Pittsburgh Penguins 1991 und 1992, verpflichtet. Insgesamt sieben Nordamerikaner, von denen zwei allerdings in Kiew fehlen, sind eingebürgert worden. Das Gerüst der Truppe bilden 13 Spieler von Asienmeister Anyang Halla, bei dem sich auch einheimische Spieler wie Kim Sangwook, Shin Sanghoon und Kim Kisung gut entwickelten.

Während Kasachstan vier von fünf eingebürgerten Nordamerikanern in einem Block aufbietet, sind die Imports bei Südkorea auf alle Linien verteilt. Das brachte bisher Erfolg. Platz fünf bei einer B-WM war bisher ihre beste Platzierung, doch nun haben die Südkoreaner beste Aufstiegschancen. Aus den Partien gegen Österreich und die Ukraine reicht ihnen ein Sieg. (APA, fri, 26.4.2017)

  • Teamchef Bader (im Hintergrund) ist trotz Ausfällen überzeugt davon, dass Österreich gegen Südkorea gewinnen kann.
    foto: apa/fohringer

    Teamchef Bader (im Hintergrund) ist trotz Ausfällen überzeugt davon, dass Österreich gegen Südkorea gewinnen kann.

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