Heta verdaut: Hypo OÖ 2016 mit bestem Geschäftsjahr ihrer Geschichte

    26. April 2017, 12:32
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    Jahresüberschuss stieg von 31 auf 51,9 Mio. Euro – 6 Mio. statt 870.000 Euro Dividende als "Einmaleffekt" für Eigentümer

    Linz – Die Hypo OÖ hat 2016 mit 51,9 Mio. (2015: 31 Mio.) Euro Jahresüberschuss vor Steuern das beste Ergebnis ihrer Geschichte geschafft. Dass man die Heta verdaut hat, sorgte wohl nicht nur bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch für zufriedene Gesichter: Die Eigentümer dürfen sich über 6 Mio. Euro statt der üblichen rund 870.000 Euro Dividende freuen. Heuer wird erneut ein "solides" Ergebnis erwartet.

    2014 und 2015 hatte die Hypo Oberösterreich insgesamt 35,4 Mio. Euro an Heta-Vorsorge bilden müssen. 27,7 Mio. Euro davon habe man nun wieder auflösen können, erklärte Generaldirektor Andreas Mitterlehner. Insgesamt habe sich die Sache mit einem "überschaubaren Anteil" von 7 bis 8 Mio. Euro zu Buche geschlagen. Dass die Eigentümer – das Land Oberösterreich mit mehr als 50 Prozent und eine Holding GmbH der Raiffeisenlandesbank, der Generali AG und der Oö. Versicherung sowie die Mitarbeiter – diesmal deutlich mehr Dividende zu sehen bekommen, soll aber ein "Einmaleffekt" bleiben, so Mitterlehner.

    "Wir sind sehr froh, dass das Thema Heta endgültig vom Tisch ist", sagte Mitterlehner. Denn nun sei auch wieder mehr Vertrauen am internationalen Kapitalmarkt spürbar. Das habe sich etwa bei der Emission des ersten internationalen Pfandbriefes 2016 gezeigt: Die siebenjährige Anleihe mit einem Volumen von 300 Mio. Euro war mehr als zweifach überzeichnet. Ein Jahr früher wäre es ungleich schwieriger gewesen, das Produkt am Kapitalmarkt zu verkaufen, meinte der Hypo-Chef.

    Wohnbaufinazierung

    Die Bank mit einer Bilanzsumme von 8,76 Mrd. (2015: 8,93 Mrd.) Euro hat ihr Kerngeschäft in der Wohnbaufinanzierung, 61 Prozent des Ausleihvolumens entfallen auf diesen Bereich. Im gemeinnützigen Wohnbau sei man in OÖ mit 40 Prozent Marktführer und habe Verbindungen zu allen der rund 30 Träger im Land, so Mitterlehner, aber auch zu welchen in anderen Bundesländern, wo er durchaus noch "Erweiterungsmöglichkeiten der Kundenstruktur" sieht. Weiterhin gleich bleiben sollen auch der Mitarbeiterstand von 404 Beschäftigten per Ende 2016 und die Zahl der Filialen. Inklusive der Zentrale in Linz hat die Hypo OÖ derzeit 13 Standorte.

    Das Kreditgeschäft der Bank sei durch das Kerngeschäft Wohnbau besonders sicher, betonte Mitterlehner. Einem Ausleihvolumen von 5,59 Mrd. Euro stehen lediglich 10,6 Mio. (2015: 30,8 Mio.) Euro an Risikovorsorgen gegenüber, die Wertberichtigungsquote liege bei 0,19 Prozent. Dass sich das Kreditvolumen gegenüber dem Jahr zuvor (5,92 Mrd. Euro) um 5,6 Prozent reduziert hat, begründete der Generaldirektor mit der "stichtagsbezogenen Nichtnutzung kurzfristiger Liquiditätslinien", das Minus sei daher "unproblematisch".

    Die Spar- und Giro-Einlagen verzeichneten einen "starken Zuwachs" um 12 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro. Das Kernkapital belief sich per Ende 2016 auf 388,9 Mio. (2015: 331 Mio.) Euro, die Kernkapitalquote stieg von 11 auf 12,5 Prozent. Die anrechenbaren Eigenmittel der Bank betrugen zum Stichtag 457,5 Mio. Euro, der Eigenmittelkoeffizient erreichte 14,7 Prozent (2015: 13,5 Prozent) und liege damit weit über den gesetzlich geforderten 8 Prozent. (APA, 26.4.2017)

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