Abschluss des Welt-Frauengipfels in Berlin

26. April 2017, 10:05
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Merkel bei Podiumsdiskussion über Gleichberechtigung: Frauen in Entwicklungsländern müssen mehr Kleinkredite bekommen

Berlin – Zum Abschluss des sogenannten W-20-Gipfels in Berlin nimmt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch an einer Podiumsdiskussion über die Gleichberechtigung der Geschlechter teil. Das zweitägige internationale Treffen hat das Ziel, die wirtschaftliche Lage von Frauen zu verbessern, ihnen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen und ihre Rolle als Unternehmerinnen zu stärken.

Der "Women20 Summit" wird im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft ausgerichtet. Am Dienstag nahmen daran neben Merkel auch Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten, und die niederländische Königin Maxima teil.

Merkel forderte Fonds zur Frauenförderung

Am ersten Tag hatte sich Kanzlerin Merkel für die Gründung eines Geldfonds zur Frauenförderung in Entwicklungsländern stark gemacht. Dieser könnte aus staatlichen und privaten Mitteln gefüllt, bei der Weltbank angesiedelt und dort mit Fördermitteln weiter aufgestockt werden, sagte Merkel bei einem Frauen-Gipfel im Rahmen der deutschen G-20-Präsidentschaft am Dienstag in Berlin.

Zu den prominenten Teilnehmerinnen des Treffens gehörten auch die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, sowie die Vize-Chefin der Weltbank, Anne M. Finucane, und die Präsidentin der Trumpf GmbH, Nicola Leibinger-Kammüller.

Merkel sagte, ein solcher Kapitalstock könnte etwa von Deutschland, den USA, Kanada und den Niederlanden gebildet werden – mit privater Hilfe. Freeland zeigte sich "begeistert", Leibinger-Kammüller bot an, Geld einzusammeln: "Ich kenne jede Menge Leute, die genügend Geld haben." Auch die anderen äußerten sich positiv oder interessiert.

Die Teilnahme Ivanka Trumps an dem sogenannten "Women20 Summit 2017" hatte Spekulationen ausgelöst, ob Merkel versucht, über die Tochter Einfluss auf den US-Präsidenten zu nehmen. Während sich Ivanka Trump für Förderung von Frauen in der Arbeitswelt und Familienfragen interessiert und inzwischen offizielle Beraterin ihres Vaters ist, hatte sich dieser vor allem im US-Wahlkampf mehrfach abfällig und anzüglich über Frauen geäußert.

Ivanka Trump verteidigte ihren Vater. Sie wisse aus eigener Erfahrung, dass er eine positive Haltung gegenüber Frauen habe und auch ihre Rolle in der Arbeitswelt schätze.

Gute Kinderbetreuung sichern

Merkel forderte, den Zugang von Frauen zu finanziellen Möglichkeiten allgemein zu verbessern. "Das wollen wir in den politischen Prozess einspeisen." Frauen in Entwicklungsländern müssten mehr Kleinkredite bekommen. Frauen könnten besser und lebensnäher wirtschaften.

Lagarde rief alle Staaten auf, für Frauen bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und eine stärkere Teilhabe am Unternehmertum zu schaffen. Dazu gehöre auch die Absicherung für Mütter, dass es eine gute Betreuung ihrer Kinder gebe. (APA, 26.4.2017)

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