Ostantarktis: Warum ein rätselhafter "Blutstrom" nicht gefrieren will

    Ansichtssache1. Mai 2017, 23:58
    33 Postings

    Außerdem: Eine superschnelle Kamera, das Weiße Pferd von Uffington und Hinweise auf eine Kollision zweier Universen

    Bild 1 von 15
    foto: erin pettit

    Ein Rätsel um die "Blood Falls" gelöst I

    Vor über hundert Jahren entdeckte der australische Geologe Griffith Taylor im Osten der Antarktis einen blutenden Gletscher: Aus Spalten in den unteren Ausläufern des Taylor-Gletschers in einem Trockental in Victorialand ergoss sich in unregelmäßigen Abständen rotes bis rotbraunes Wasser. Zunächst hielt man Rotalgen für die Verursacher des Phänomens, doch seit den 1960er Jahren ist klar, dass die "Blood Falls" ihre Farbe von Eisen haben, das in dem Salzwasser enthalten ist und oxidiert, sobald es aus dem Untergrund hervortritt und mit der Luft in Berührung kommt. Woher das Wasser mit einem Salzgehalt von bis zu 13 Prozent kommt, war lange Zeit rätselhaft.

    Spätere Radaraufnahmen identifizierten zwar ein größeres rund zwei Millionen Jahre altes Wasserreservoir als Ursprung des seltsamen "Blutstroms", nicht aber den genauen Weg, den sich das Wasser durch das Eis bahnt. Erst jetzt gelang es einem Team um Jessica Badgeley von der University of Washington, diese verschlungenen Pfade aufzuspüren: Ihre Radarmessungen brachten ein verzweigtes Netzwerk von Kanälen ans Licht, das 400 Meter unter der Gletscheroberfläche mitten durch das Eis führt und in dem sechs Kilometer entfernten See endet. Die Forscher vermuten, dass dieses Reservoir einst ein kleiner Meeresarm war, der vom Eis eingeschlossen wurde.

    weiter ›
    Share if you care.