Frankfurt elfert sich nach Berlin

26. April 2017, 00:04
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Eintracht mit 7:6-Erfolg nach Penaltyschießen gegen Gladbach erster Finalist des DFB-Pokals

Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt steht zum ersten Mal seit 2006 im Finale des DFB-Pokals. Die Mannschaft von Niko Kovac behielt am Dienstag in einem Elfmeterkrimi bei Borussia Mönchengladbach mit 7:6 die Oberhand. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung war es nach Toren von Taleb Tawatha (15.) und Jonas Hofmann (45.+2) 1:1 gestanden.

Finalgegner am 27. Mai in Berlin ist entweder Bayern München oder Borussia Dortmund. Das vorweggenommene Finale geht am Mittwoch in München über die Bühne.

Gladbach fand kaum in die Partie, erneut wurde der verletzte Raffael schmerzlich vermisst. Mit Patzern im Spielaufbau lud die Borussia die Gäste zudem zu Kontern ein, von denen einer zur Führung führte. Nach einem Seitenwechsel von Timothy Chandler zog der in die Startelf gerückte Tawatha aus 16 Metern mit links ab, Torhüter Yann Sommer konnte den Ball nur an die Innenstange lenken.

Mit der Führung im Rücken zog sich die Eintracht etwas zurück und lauerte auf weitere Fehler. Das Konzept ging auf: Gladbach trat in dieser Phase völlig verunsichert auf, von Bälleverteiler Mahmoud Dahoud war kaum etwas zu sehen, im Mittelfeld gewannen die aufmerksamen und spritzigen Gäste fast alle Zweikämpfe. Wie aus dem Nichts fiel kurz vor der Pause der Ausgleich durch Hofmann nach schöner Vorarbeit von Andre Hahn.

Gladbach erst nach Ausgleich präsent

Der durchaus glückliche Treffer erweckte die Borussia nach dem Seitenwechsel zu neuem Leben. Man trat nun mit mehr Energie auf, wenn auch die zündenden Ideen weiterhin fehlten. Die zunehmend hektische und mit Verbissenheit geführte Begegnung entwickelte sich zu einem Kampf um jeden Zentimeter, im dem Frankfurts Schlussmann Hradecky immer mehr in den Blickpunkt geriet.

Wenig zu sehen war in dieser Phase von Fabian, der noch am Wochenende beim 3:1 gegen den FC Augsburg zwei Tore erzielt hatte. Bei den seltenen Kontern rannten sich die Gäste meist in der Gladbacher Defensive fest, die intensive erste Hälfte machte sich deutlich bemerkbar. Mit dem immer lauteren Publikum im Rücken war die Borussia der Führung näher, Stindl (74.) scheiterte aus der Distanz an Hradecky.

In der Verlängerung drängte die Elf von Dieter Hecking auf die Entscheidung, Nico Elvedi (108.) und der insgesamt unauffällige Lars Stindl (110.) vergaben jedoch.

Hrgota mit der Entscheidung

Die Entscheidung musste also im Elferschießen fallen. Da trafen zunächst auf beiden Seiten die ersten sechs Schützen. In der Folge flatterten bei den Gladbachern Andreas Christensen und Djibril Sow wie auch bei Frankfurts Guillermo Varela die Nerven. Den entscheidenden Elfer verwertete schließlich mit Branimir Hrgota ausgerechnet ein Ex-Gladbacher. Die Frankfurter haben damit zum dritten Mal im laufenden Bewerb ein Elferschießen für sich entschieden und weiter die Chance, erstmals seit 1988 den Titel zu holen.

Heinz Lindner saß wie gewohnt bei den Frankfurtern auf der Bank, der eingewechselte Marius Wolf musste nach nur zwölf Minuten auf dem Platz mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. Auch für Gladbachs Außenverteidiger Oscar Wendt ist die Saison vorzeitig beendet, der 31-Jährige erlitt einen Ellenbogenbruch. Er wird noch am Mittwoch operiert. (APA, sid, 25.4.2017)

Stimmen:

Dieter Hecking (Mönchengladbach-Trainer): "Aufgrund der besseren Chancen war Frankfurts Sieg nicht unverdient. Wir waren in der ersten Halbzeit hypernervös, sehr fahrig. Dann haben wir das Glück, den Ausgleich zu machen. Ab der 46. Minute haben wir alles versucht, nach vorne gespielt, wenig zugelassen. Mehr kann man nicht tun. Aber du musst zum Torabschluss kommen, das war zu wenig."

Niko Kovac (Frankfurt-Trainer): "Das Finale in Berlin – meine Heimatstadt, meine Geburtsstadt –, besser geht es nicht. Die Elfmeterbilanz in der Bundesliga ist katastrophal. Wir haben uns das alles für den Pokal aufgehoben. Es war heute eine Willensleistung meiner Mannschaft. Die Mannschaft hat sich taumelnd ins Elfmeterschießen gebracht. Pokalendspiele sind für Spieler und Trainer etwas Besonderes. Für mich ist das in meinem ersten Jahr als Cheftrainer bei der Eintracht ein Traum."

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