Afrikanerinnen, die Erde essen, schaden ihren Babys

26. April 2017, 09:00
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Wien – Bis zu 80 Prozent der Menschen in Afrika, insbesondere Frauen, essen regelmäßig lehmhaltige Erde. Ein Forscherteam um Ruth Kutalek und Claudia Gundacker der Med-Uni Wien konnte nun im Fachblatt "Environmental Research" zeigen, dass diese Sucht auch gesundheitsgefährdend sein kann: Schwangere Frauen, die bestimmte Erden konsumieren, haben erhöhte Bleibelastungen – genauso wie ihre Babys.

Geophagie ist eine Art Substanzverlangen, ähnlich wie Heißhunger auf Schokolade oder eine "Belohnung". Die Menschen konsumieren Lehmerde oft als Snack zwischendurch und berichten laut Kutalek, dass sie ohne die Substanz nicht auskommen können. Der Hintergrund könnte nach Angaben der Forscher aber ein anderer sein – und ist zugleich vielschichtig: In der Erde sind Lehmanteile enthalten, die Giftstoffe binden, ähnlich wie in Kohletabletten gegen Durchfallerkrankungen. Diese Lehmanteile können auch den pH-Wert der Magensäure beeinflussen und gegen Sodbrennen wirken.

Abstract
Environmental Research: "Geophagy during pregnancy: Is there a health risk for infants?"

(APA,red, 26.4.2017)

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