Klage gegen Schlecker-Prüfer wird einzeln verhandelt

25. April 2017, 16:39
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EY-Prüfer sollen Bilanzen genehmigt haben, obwohl sich darin Unstimmigkeit ergeben hätten

Stuttgart – Die Klage gegen zwei Wirtschaftsprüfer von Anton Schlecker in Deutschland wird getrennt von den Vorwürfen gegen die Familie weiterverhandelt. Das Verfahren gegen die beiden Angeklagten werde zur gesonderten Behandlung und Entscheidung abgetrennt, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag in Stuttgart.

Den Mitarbeitern der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) wird vorgeworfen, Bilanzen genehmigt zu haben, obwohl sich darin Unstimmigkeiten ergeben hätten.

Schnellere Entscheidung erhofft

Ihre Verteidiger hatten schon zu Beginn des Verfahrens darauf gedrungen, die Anklagepunkte einzeln zu verhandeln. Sie erhoffen sich davon eine wesentlich schnellere Entscheidung als in dem langwierigen Prozess um die Pleite der Drogeriemarktkette. Denn auf die Wirtschaftsprüfer beziehen sich nur zwei der mehr als 40 Anklagepunkte im Strafverfahren gegen den ehemaligen Drogeriemarktbesitzer und dessen Familie.

Die Staatsanwaltschaft stellt sowohl die bilanzielle Behandlung einer Stillen Beteiligung als auch die eines Darlehens über 50 Millionen Euro an Anton Schlecker infrage. Beides war in Schleckers Bilanz als Eigenkapital gewertet worden. Eigenkapital wird dann für ein Unternehmen wichtig, wenn Verluste ausgeglichen werden müssen – wie bei Schlecker in den Jahren vor der Insolvenz. Die Anklagepunkte der Wirtschaftsprüfer sollen nun separat am 10. und 23. Mai vor dem Landgericht Stuttgart verhandelt werden. (APA, 25.6.2017)

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