Xiaomi-Smartphones: Europa und USA müssen weiter warten

26. April 2017, 10:41
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Chinesischer Hersteller hat derzeit keine Pläne, seine Handys auf westliche Märkte zu bringen

Vor einem Jahr hat Hugo Barra noch angekündigt, dass der chinesische Techriese Xiaomi in "naher Zukunft" auch mit Smartphones am US-Markt aufschlagen werde. Und auch Hinweise auf entsprechendes Engagement in Europa waren aufgetaucht.

Doch der ehemalige Chef von Googles Android-Sparte hat seinen Posten als Manager des internationalen Geschäfts bei Xiaomi mittlerweile aufgegeben und ist zurück ins Silicon Valley gekehrt, wo er bei Facebook angeheuert hat. Auch sonst haben sich die Vorzeichen geändert. Laut Wang Xiang, Vizepräsident des Konzerns und Nachfolger von Barra, hegt man aktuell keine Pläne, weiter in den Westen vorzustoßen.

Konzentration auf Schwellenmärkte

Weder für die USA, noch für Europa gibt es derzeit Pläne, so Xiang gegenüber Engadget. In den USA wird sich Xiaomi weiter auf den Verkauf von Android-TV-Boxen und Accessoires beschränken. Wer die von vielen geschätzten Smartphones, wie etwa das jüngste Flaggschiff Mi 6, erwerben will, wird weiterhin auf Importhändler zurückgreifen müssen.

Laut dem Manager ist man sich der zahlreichen Fans bewusst, die die Geräte über inoffizielle Kanäle erwerben. Man würde ihnen gerne "besser dienen", habe aber nicht die Ressourcen dafür. Xiaomi ist mittlerweile in 30 Ländern aktiv, darunter auch einzelne europäische Staaten wie die Ukraine. Großteils handelt es sich um Schwellenmärkte, darunter etwa Indien oder Indonesien. Und auf diese wolle man sich weiter konzentrieren.

Keine Eile

Es gehe darum, Technologie für die Massen zu produzieren. Neben Spitzensmartphones vertreibt Xiaomi auch die für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannte "Redmi"-Reihe. Dazu kämpfe man immer wieder mit Schwierigkeiten bei der Lieferkette. Daher habe man "keine Eile, entwickelte Märkte zu bedienen".

Eine weitere Expansion habe man im Auge, wolle diese aber zum "perfekten Zeitpunkt" in Gang setzen. Man könnte zwar, wie etwa OnePlus oder die Huawei-Tochtermarke Honor, direkt an Kunden verkaufen, allerdings wolle man das Verhältnis zu den Mobilfunkern nicht unnötig gefährden. Ebenso wolle man sich nicht mit einem überhasteten Vorstoß die eigene Marke beschädigen.

Weiter "globale" Geräte

Immerhin: Man plane weiterhin, ein bis zwei Mal jährlich ein "globales" Gerät vorzustellen, das alle bedeutenden Mobilfunkfrequenzen abdecke. Bei vielen Xiaomi-Handys fehlt etwa das LTE-Band 20, das in Deutschland und Österreich von vielen Anbietern insbesondere zur Abdeckung ländlicher Gebiete eingesetzt wird. (26.04.2017)

  • Vorerst müssen europäische Xiaomi-Freunde weiterhin bei den Importhändlern ihres Vertrauens kaufen.
    foto: derstandard.at/pichler

    Vorerst müssen europäische Xiaomi-Freunde weiterhin bei den Importhändlern ihres Vertrauens kaufen.

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