Tschechiens Vizepremier: Alleinerzieherinnen "sollten anderen Kerl suchen"

25. April 2017, 12:51
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Christdemokrat Bělobrádek wegen sexistischer Aussage kritisiert

Prag – Der tschechische Vizepremier und Chef der Christdemokraten (KDU-CSL), Pavel Bělobrádek, hat mit einer sexistischen Aussage für Aufsehen gesorgt. Im Interview mit der tschechischen Internetseite "The Student Times" sagte Bělobrádek im Zusammenhang mit steigender Armut unter alleinerziehenden Müttern: "Dann sollen sie sich einen anderen Kerl suchen."

Daraufhin folgte eine Welle an Kritik auf sozialen Netzwerken, aber auch von Politikern und Politikerinnen. So bezeichnete die sozialdemokratische (CSSD) Unterrichtsministerin Kateřina Valachová die Aussage als "skandalös". Bělobrádek, 40-jähriger Vater von drei Kindern, entschuldigte sich später öffentlich. Es sei eine "unpassend verwendete Übertreibung gewesen", sagte er.

Vorschüsse vom Staat

Bělobrádek machte die Aussage im Rahmen der Debatte über ein Gesetz zu "Vorschuss-Alimenten", dessen Entwurf die Regierung trotz der Einwände der Christdemokraten kürzlich ins Parlament schickte. Die Vorlage sieht vor, dass der Staat Alimente vorschießt, wenn Alleinerzieher vom eigentlich Zahlungspflichtigen kein Geld bekommen. Der Staat müsste dann den Betrag selbst vom Schuldner einfordern.

Die KDU-CSL kritisierte die Vorlage mit den Worten, dass das tschechische Sozialsystem schon jetzt zu viele Scheidungen nach sich ziehe. (red, APA, 25.4.2017)

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