Studie: Junge Österreicher stören sich an verschleierten Frauen

25. April 2017, 17:07
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Junge Österreicher offenbar weniger tolerant als andere Europäer – Mehrheit laut "Generation What?"-Umfrage für offene Grenzen

Wien – Junge Österreicher stören sich mehr an verschleierten Frauen auf der Straße als andere junge Menschen in Europa. Laut der am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Rundfunkunion (EBU) mit dem Titel "Generation What?" geben 51 Prozent der Befragten in Österreich an, der Anblick verschleierter Frauen auf der Straße und am Arbeitsplatz störe sie. Das ist eines der höchsten Ergebnis unter den 14 beteiligten Ländern. Vor allem in Skandinavien ist die Ablehnung hoch.

Insgesamt sagen rund zwei Drittel (67 Prozent) der jungen Europäer, dass sie Frauen, die auf der Straße einen Schleier tragen, nicht stören. In den Niederlanden beträgt dieser Anteil gar 85 Prozent. Insgesamt wurden für die Umfrage über den Zeitraum von einem Jahr fast einer Million Europäer zwischen 18 und 34 Jahren jeweils 149 Fragen zu Familie, Gleichaltrigen, der eigenen Person, Gesellschaft, Zukunft, Land und Identität gestellt.

Geringes Vertrauen in Politiker

In den Niederlanden ist auch die öffentliche Meinung über Politiker am positivsten: Dort glauben 22 Prozent, "nur ganz wenige" Politiker seien korrupt. Europaweit sind im Durchschnitt 90 Prozent der Meinung, manche oder alle Politiker seien korrupt. Besonders negativ fiel die Bewertung in Griechenland und Frankreich aus. Wenngleich generell das Vertrauen in die Politik sehr gering ist, möchten 69 Prozent weiterhin wählen gehen.

In der Flüchtlingsfrage sprechen sich viele für eine Öffnung der Grenzen aus. Insgesamt vertreten 73 Prozent die Ansicht, die Zuwanderung bereichere die kulturelle Vielfalt. Besonders hoch ist die Zustimmung zu dieser Aussage in Spanien (85 Prozent), Deutschland (83 Prozent) und Dänemark (83 Prozent).

Optimistische Zukunft

Obwohl nur beschränktes Vertrauen in Europa gesetzt wird (53 Prozent misstrauen der EU), wird die Zukunft insgesamt optimistisch gesehen (62 Prozent). Ausnahmen bilden hier nur Spanien, Italien und Griechenland, die allesamt stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Auch eine Nachahmung des Brexit stößt nur auf geringe Unterstützung: 76 Prozent sehen die Zukunft ihres Landes innerhalb der EU.

Der Kampf für das eigene Land stößt auf klare Ablehnung. 60 Prozent gaben an, sie wären in einem Krieg nicht bereit, für ihr Land zu kämpfen (wobei die Frauen die Neinstimmen in allen befragten Ländern mit einem Durchschnitt von 66 bis 53 Prozent anführen). Besonders begeisterte männliche Kämpfer sind in den Niederlanden, Großbritannien, Tschechien und Irland zu finden.

Am Projekt "Generation What?" beteiligten sich 18 Fernsehanstalten, die Mitglied der EBU sind – neben dem ORF für Österreich auch folgende Länder: Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Spanien, die Schweiz, Tschechien, Wales und Weißrussland. (APA, 25.4.2017)

Mehr zum Projekt:

http://www.generation-what.at/portrait/data/all

Österreich-Seite: generation-what.at

Hinweis:

In einer früheren Version des Artikels wurde fälschlicherweise behauptet, dass die Ablehnung der österreichischen Jugend gegenüber verschleierten Frauen der höchste Wert unter den 14 befragten Nationen war.

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