Beteiligungen von Rocket Internet senkten 2016 ihre Verluste

25. April 2017, 11:46
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Operatives Minus schrumpfte auf 360 Mio. Euro – Lieferdienst Delivery Hero prüft Börsengang

Die großen Beteiligungen von Rocket Internet haben ihre Verluste 2016 eingedämmt. Das operative Minus (EBITDA) ausgewählter Start-ups – vom Kochbox-Anbieter HelloFresh bis zu den Möbelhändlern Westwing und Home24 – schrumpfte um 234 Mio. auf rund 360 Mio. Euro. Der Umsatz legte zugleich um 29 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro zu, wie das Berliner Unternehmen am Dienstag mitteilte.

"Im Jahr 2016 haben unsere ausgewählten Unternehmen weitere Fortschritte auf dem Weg in Richtung Profitabilität erzielt", sagte Vorstandschef Oliver Samwer. Bis Jahresende sollen wie geplant drei Beteiligungen die Gewinnzone erreichen. Der Aktienkurs blieb nach Bekanntgabe der Bilanz mit 16,31 Euro nahezu unverändert.

Verlust von 741,5 Mio. Euro

Die Rocket-Dachgesellschaft machte einen Verlust von 741,5 Mio. Euro, mehr als dreimal so viel wie 2015. Auslöser seien unter anderem Abschreibungen beim Verkauf der Essenszusteller La Nevera Rocha und Pizzabo gewesen, hieß es. Außerdem hatte es schon Anfang des Jahres eine massive Wertberichtigung bei der Global Fashion Group mit mehreren Online-Modehändlern gegeben. Sie konnte im vergangenen Jahr den Umsatz um gut ein Viertel auf etwas über eine Milliarde Euro steigern und senkte den bereinigten EBITDA-Verlust von 217,2 auf knapp 128 Mio. Euro.

Die liquiden Mittel lagen Ende März bei 1,5 Mrd. Euro, die bei ausgewählten Unternehmen zusätzlich bei etwa 800 Mio. Euro. "Wir sind sehr gut ausgestattet", sagte Finanzchef Peter Kimpel. Rockets Geschäft – das Gründen von Start-ups nach dem Fließbandprinzip – verschlingt viel Geld. Anleger waren zuletzt verunsichert, ob es dem Konzern gelingen wird, dies über Verkäufe und Börsengänge wieder einzuspielen. Wann es zu einem Börsengang komme, ließ Samwer offen. Das Börsenumfeld habe sich verbessert, sagte Finanzchef Kimpel lediglich.

Hoffnungsträger

Als Hoffnungsträger gilt vor allem der Lieferdienst Delivery Hero ("Lieferheld", "pizza.de", "Foodora"). Dieser erklärte am Montag, "verschiedene Finanzierungsoptionen, einschließlich eines potenziellen Börsengangs", zu prüfen. Das Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern in gut 40 Ländern wird mit mehr als drei Milliarden Euro bewertet. Rocket war zuletzt unter Druck geraten, nachdem Großaktionär Kinnevik im Februar überraschend die Hälfte seiner Anteile abgestoßen hatte.

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